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II. Kamerun. E. Kribi.
Nr. 188 Riß- und Quetschwunden.
3 Fälle von Quetschwunden wurden sämtlich geheilt.
Nr. 190 V e r b r e n n u n g.
1 Fall von großer Brandwunde des linken Kniegelenks erforderte plastische Operationen wegen Kontraktur. Derselbe blieb im Bestand.
13. Andere Krankheiten.
Nr. 194 Selbstmordversuch.
Ein Europäer versuchte, anscheinend in einem Anfall geistiger Störung unter dem Einfluß einer schmerzhaften Geschlechtskrankheit, sich durch einen Schuß mit einer Browning-Pistole in die Schläfe zu töten. Die Kugel zerstörte den Sehnerven des rechten Auges und die hinter dem Bulbus liegenden Weichteile, Fissuren an der Schädelbasis erzeugend, drang dann in die Siebbeinzellen und blieb am linken Jochbeine unter der Haut stecken. Außer dem Verlust des Augenlichts auf dem rechten Auge war eine erhebliche Schädigung nicht eingetreten. Der Kranke konnte Anfang des neuen Berichtsjahres geheilt entlassen werden.
E. Kribi.
Auf Grund der Rapporte, besonders von Regierungsarzt I)r. Ufer, zusammengestellt vom Medizinalreferenten.
Die Kegierungsarzt-Stelle in Kribi ist seit dem 7. August 1905 wieder besetzt. In dieser Zeit hatten sie drei Ärzte inne.
Die Iststärke der im Bezirk ansässigen Europäer betrug 82, davon sind 74 männliche und 8 weibliche Personen.
Es starben 8 Personen = 97,6 °/ 00 der Iststärke.
Die hohe Mortalität der Europäer liegt zumeist daran, daß der größte Teil derselben weit weg von Kribi in kleineren Ortschaften lebt. Ärztliche Hilfe wird nur bei sehr schweren Erkrankungen nachgesucht und war über die Hälfte des Jahres hinaus, da kein Arzt am Orte war, überhaupt nicht zu erreichen. Ein Krankenhaus fehlt noch in Kribi. Die Schwerkranken, die ohne ärztliche Hilfe und ohne ständige Pflege nicht mehr bleiben können, müssen durch eine 24 stiindige Fahrt in das Hospital Duala übergeführt werden.