Heft 
81 (1922) 81. Jahrgang.
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385
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Die Grenzboten

Politik, Literatur und Kunst

81. Jahrgang, 9. September 1922 Nummer 33/34

Parteilose Besinnungen über den Staat.

Von Emil Engel hardt (Elgcrsdurg).

Die von: Schickstil uns heute gestellte Aufgabe heißt: das deutsche Volk muß sich selbst das Volkstum als Lebensquelle wieder entdecken und deu Staat als eiue Form seiner Aeußcruug bejahen. Bei den Erschütte­rungen von außen und innen brauchen wir vor allem Staatsgesinnung, die deutsch ist. Das hat zunächst garnichts damit zu tun, ob dieser Staat in der Form einer Monarchie oder Republik sein soll. Es gibt immer noch Deutsche, die das nicht einsehen können.

Unsere Front richtet sich also gegen den Wahnwitz der Gegner des letzten Krieges, vor allein die Franzosen, die unseren Staat zerschlagen und die Kräfte unseres Volkstums verschütten wollen. Abwehr dagegen hat mit Chauvinismus und Haß gar nichts zu tun. Es ist einfach der Drang nach Selbsterhaltung. Versailles, das Saargebiet, Rheinland, Ober­schlesien, die Politik der Mainlinie, die sarbige'Besatzung, die Kultur- Propaganda, die Nevne-Nhenanc, -der Versuch, durch ein rheinisches Späher- kvrps die Jugend zu fangen, sind Angriffe auf den Bestand des deutschen Staates. Wie E. M. Arndt wehren wir jede Einmischung des Auslandes in die deutschen Angelegenheiten unter dem Vorwand der Befreiung und Beglückung ab, wie sie einst die Vertreter der Ideen von 1789 versuchtem

Weiter wehren wir uns gegen den Wahnwitz von Osten, im Links- bolschewismns. Diktatur des Proletariats, Putsch, Aufhetzung der Masse und Beunruhigung der Oeffentlichkcit bei jeder Gelegenheit'sind ebenso Angriffe auf den Bestand des Staates überhaupt wie die Untergrabung seiner Autorität durch Bekämpfung der Regierung ohne Wahl der Mittels Verhöhnung des Parlamentarismus, den man doch benützt, um ihn zu vernichten, durch Radauszenen im Reichstag und Landtag, durch Kor­ruption wie in Bvaunschwejg.

Und wir wehren uns gegen den Rechtsbolschewismus, der zwar Bildung beansprucht, aber das augenblickliche Oberhaupt des deutschen Reiches bei seiner Ankunft in München mit roten Badehosen begrüßt und anpöbelt? der in Verkennung aller Sittlichkeitsbegriffe den Mord für erlaubt ansieht, in der Presse manchmal Tonarten anschlagt, die dein Wohl