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Die Bedeutung der Volksabstimmung in Kärnten
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Der Daseinskampf der Deutschen Bücherei im deutschen Bibliothekswesen 117

sucht von Laibach aus diese wachsende Opposition zu erdrücken, indem matt sie des Kommunismus verdächtigt. Aber das verspricht wenig Erfolg. Dauern diese Zu­stände noch länger an, so könnte eine freie Volksabstimmung in der nördlichen Unter­sleiermark Überraschungen bringen, um so mehr als auch bei den steirischen Slowenen der Landespatriotismus und die unfreundliche Stimmung gegen die Krainer noch keineswegs erstorbcn sind. Jedenfalls gibt die .Kärntner Entscheidung der deutschen Forderung nach Selbstbestimmungsrecht auch für die einzelnen steirischen Gaue einen neuen Rückhalt.

Daß Italien das Ergebnis der Abstimmung nur begrüßen kann, liegt aus der Hand. Die Zone ^ hätte den Südslawen einen guten Aufmarschraum gegen Italien geboten. Italienische Vertreter haben aber früher oft erklärt, daß für ihr Land auch die Zugehörigkeit Marburgs und seines Drautals zum Südslawenstaat bedenklich sei. Italien hat sich in Paris den Widerstand dagegen abkaufen lassen. Seine Politik kann aber um so eher in das alte Gleise zurückkehren, je mehr sich seine Ansprüche an der Adria mit jenen der Südslawen kreuzen. Und so dürfte das Verlangen Österreichs nachRevision" undSelbstbestimmungsrecht" für Unter­steier, wenn es nach der Veränderung der Lage in Kärnten erhoben wird, kaum ohne Unterstützung im Kreise der fünf Hauptmächte bleiben. In jedem Fall ist die Ab­stimmung in Kärnten seit langem das erste Ereignis, das den Mut und die Hoffnung der österreichischen Deutschen stärken kann, der erste Erfolg ihrer nationalen Arbeit, die erste nachträgliche Rechtfertigung des Standpunktes, den sie vertreten haben, durch unverkennbare Tatsachen, der erste Ansporn zum Hoffen und Handeln in diesem verzagten Staat. Deshalb, ist ihr Ergebnis überall in Österreich mit so großem Jubel aufgenommen worden.

Der Daseinskampf der Deutschen Bücherei im deutschen Bibliothekswesen

von Dr. Hans praesent, Leipzig

elchen bedeutenden Aufschwung die deutschen Bibliotheken seit Beginn dieses Jahrhunderts bis zum Kriege genommen hatten, ^ AV^H wie wichtig allmählich ihre Tätigkeit und wie einschneidend ihre ^A/Mhl gedeihliche Entwicklung für die Fortschritte der Wissenschaft ^LM^SW geworden waren, das hat R i ch ard Fick bereits an dieser Stelle (1918, Nr. 48) in einer Betrachtung überDeutsches Bibliothekswesen im Weltkrieg" darzustellen versucht. Der Krieg drohte diese verheißungsvolle Entwicklung zunächst jäh zu unterbrechen. Aber je länger er dauerte, je mehr alles Tun und Denken durch ihn beeinflußt wurde, desto sicherer stellte sich auch das gesamte Bibliothekswesen aufKriegsbetrieb" ein. Zu den friedensmäßigen Aufgaben der Bereitstellung und Darreichung jeder Art von Literatur kamen neue kriegsmäßige hinzu, von denen nur die Anlage von Kriegssammlungen in größexen Bibliotheken und die Versorgung der Truppen im Felde und in