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Genf und das koloniale Problem
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Genf und das koloniale Problem

von Dr. Albert Hahl, Gouverneur a D.

it dem Bekenntnis tunlichster Vertragstreue ist es nicht mehr getan. Wir fordern die Revision des Vertrags, der am schwersten gerade auf der Arbeiterklasse lastet. Er hat mit dem Selbstbestimmungs- rccht der Völker nichts gemein, er hat auch den Schiedsgedankcn sabotiert und er ist kein Instrument des Friedens, wohl aber der Gewalt."

Mit diesen Worten hat der Abgeordnete Wels auf dem Casseler Parteitag die Stellung der S. P. D. zum Versailler Vertrag gezeichnet. Zur Unterstützung seines Urteils gibt er nur vereinzelte Beispiele aus der endlosen Kette der Unterdrückungen, denen unser Volk seit dem Abschlüsse des Waffenstillstandes und des Gewaltfricdens "'Egesetzt ist. In einer kleinen Schrift aus dem Vorwärts-Verlage,?roiri Versailles to pizaes" von Friedrich Stampfer, deren Ausführungen das Werk von Versailles dem Verständnis des amerikanischen Arbeiters näherbringen wollen, sind 6uf Seite 107 bis 109 klar die Forderungen umschrieben, über welche es bei der Überholung des Vertrags zu einem Einverständnis kommen muß, wenn Deutschland weiterleben und dem Anspruch auf eine Wiedergutmachung Genüge leisten soll. In Ziffer 11 dieser Aufzählung wird die erneute Besprechung der kolonialen Frage Erlangt und gefordert, daß bis zu einer billigen internationalen Regelung der Verwaltung unentwickelter Gebiete Deutschland seine Kolonien zurückgegeben werden als notwendige Voraussetzung seines Daseins. Diese Äußerungen auf sozialdemo- rratischer Seite stehen nicht vereinzelt. Es sei auf die Schrift verwiesenSozial- vemokratie und Kolonien", Berlin 1919, Verlag der Sozialistischen Monatshefte ^- m. b. H. Die Beispiele aus der neuesten Zeit sind nur herausgegriffen, um fest­zustellen, daß die überwältigende Mehrheit unseres Volkes einig geht in der Forde­rung der Überholung des Versailler Vertrags und der Rückgabe unseres kolonialen Besitzes. Das mit notwendiger Folge aus den uns aufgezwungenen Daseins- ^dingungen herauswachsende und unabwendbar sich mehrende Elend wird binnen 'urzeni auch denjenigen noch die Augen öffnen über den Sitz des Übels, welche bisher «on der Anwendung Moskauer Verordnungen eine Heilung erwarten. In Spa Trenzboten IV 1920 7