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Neue Goethe-Briefe : nebst einem ungedruckten Briefe von Rochlitz an Goethe
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Neue Goethe-Briefe

Aebst einein ungedruckten Briefe von Rochlitz an Goethe von Hans Gerhard Graf

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In Goethes Medaillensammlung waren die Bildnisse mehrerer Glieder der berühmten Patrizierfamilie Welser in Augsburg vor­trefflich vertreten; neuerdings hatten Nauch und dessen Schüler Karl Viktor Meyer, ein Sohn von Goethes Freund Nikolaus ! Meyer, noch einige Exemplare gesandt. Durch diese wird Goethe in seinem Briefe an Rauch zu folgender bedeutenden Äußerung veranlaßt: Gypsabguß und Pasten sind mir von des edlen Welsers Denkbild zuge­kommen. Unter meiner ältern Medaillensammlung habe sowohl in Original- bronce, als in Gypsabgüssen, nicht weniger in Holz geschnitten manches ähnliche Vorzügliche. In Nürnberg und Augsburg muß zu jener Zeit, welche freilich eine sehr schöne war, auch dieser Kunstzweig auf einen hohen Grad gebracht worden sein, wie denn ja alle Künste gleichzeitig immer auf einander wirken. Wahrheit und Tüchtigkeit ist der Ausdruck alles dessen, was um die Epoche der Reformation gebildet wurde. Ist denn doch auch diese eigentlich das Beispiel, wie tüchtige Menschen, gleichwie in sittlichen und religiösen, auch so in allen Dingen wahr zu sein sich verpflichtet fühlten."

Weiterhin rühmt Goethe die Tätigkeit der Berliner Künstler Friedrich Tieck, Schinkel und Beuth, denen er schon manche Bereicherung seiner Sammlungen verdankte; er tut es, nicht ohne eine jener rührenden Wendungen einstießen zu lassen, die für den Anschauungsdurst des Einsamen so charakteristisch sind: Man stellt sich nicht leicht vor, wie sehr ich anerkenne, wenn man mir in meinem kleinen Bezirk etwas Würdiges stiftet, wie sehr ich zu schätzen weiß, wenn irgend etwas Vorzügliches irgend woher zu meinem Besitz gelangt. Vor einiger Zeit erhielt ich unvermuthet eine Capitalzeichnung von Rembrandt, woran ich schon einige Wochen zehre, bei dieser Gelegenheit andere Werke dieses unvergleichlichen Meisters hervorsuche und in sein Verdienst einzudringen mir zur Angelegenheit mache."

Rauch hatte in seinem Schreiben vom 11. Februar mit höchster An­erkennung einer Zeichnung seines Schülers Ernst Nietschel gedachtzu einem Relief: Jakob nach Ägypten ziehend, das Wiederfinden Josephs; der Zug der Brüder, der Frauen, der Kinder, der Gespanne, des Viehes, Schafe und Rinder p. bildet eine so kunstgerechte schöne Zusammenstellung, daß zugleich mit größerm