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Ein Mittel zur Förderung unsers gemeinnützigen Lebens
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Aus Paul Lindaus Flegeljahren

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gegebne Mittelpunkt für alle gemeinnützigen Bestrebungen im Deutschen Reiche, und da sie ihren Sitz in Berlin hat und fast mit allen gemeinnützigen Körper­schaften irgendwie Fühlung unterhält, würde es ihr am leichtesten sein, den Kursus ins Leben zu rufen und zu leiten.

Die Vorteile, die der gemeinnützige Ferienkurs mit sich bringen würde, müssen sehr hoch eingeschätzt werden. Einige davon sind schon oben ange­deutet: eine bessere Orientierung der Teilnehmer an gemeinnützigen Be­strebungen auf dem weiten Felde der eignen und benachbarten Bestrebungen, die Vermeidung unnützer Kraftverschwendung, das Lernen aus den Erfahrungen andrer. Nicht der kleinste Vorteil aber würde der sein, daß eine ganze Anzahl von Menschen, die Lust und Zeit haben, sich dem gemeinnützigen Leben wenigstens für einige Stunden der Woche zu widmen, sich einen Überblick darüber verschaffen könnten, und daß sie nicht nur zur Teilnahme an gemein­nützigen Bestrebungen angeregt und vorgebildet, sondern auch in den Stand gesetzt werden würden, sich auf diesem weiten Felde ein engeres Gebiet aus­zusuchen, für das Neigung und Fähigkeit sie besonders geeignet machen würden. Es will mir auch nicht unwahrscheinlich vorkommen, daß der eine oder andre Teilnehmer für ein bestimmtes Gebiet so große Vorliebe gewinnt, daß er (oder sie) für den betreffenden gemeinnützigen Zweck eine größere Summe spendet. Auf alle Fälle wird der Kursus, auch wenn er sich unerwarteterweise nicht bezahlt machen sollte, gute Früchte tragen und unserm gemeinnützigen Leben zu kräftigem Aufschwünge verhelfen. Es wäre prächtig, wenn er schon Anfang Oktober 1909 stattfinden könnte.

Aus Paul Lindaus Flegeljahren

Eine Erinnerung zu seinem siebzigsten Geburtstage

nsre heutigen Studenten wissen nicht, wie gut sie's haben. Fast an allen deutschen Universitäten werden Vorlesungen gehalten über deutsche Literaturgeschichte, über französische und englische Literatur­geschichte, über Kunstgeschichte, Musikgeschichte, Ästhetik, und für alle diese Fächer gibt es einenordentlichen" Professor, einen »außerordentlichen" Professor und womöglich noch einen Privatdozenten, und diese ^ züchten in Seminaren und Gesellschaften mit Hilfe von Seminararbeiten und Doktordissertationen eine solche Menge von Nachwuchs, daß nicht nur Bibliotheken, Museen und Konservatorien, Verlagsbuchhandlungen und Zeitungs­redaktionen reichlich mit akademisch gebildeten Helfern versorgt, sondern auch 'e Lehrstühle der Universitäten in Zukunft werden doppelt besetzt werden können. Grenzboten II 1909 62