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Der schwedisch-norwegische Weideilkonflikt
An der Spitze des Sudans steht schon seit längerer Zeit Sir Neginald Wingate. Der Bericht Sir Eldon Gorsts schließt mit Worten vollster Anerkennung für die Verdienste Wingates und der ihm unterstellten Offiziere und Beamten. Die Angaben des Berichtes zeigen aber auch dem Fernerstehenden deutlich, daß nach wie vor im Sudan mit großem Verständnis und mit eisernem Fleiß gearbeitet wird, und daß auch das Jahr 1907 für seine Weiterentwicklung von günstigem Einfluß gewesen ist.
Der schwedisch-norwegische Weidenkonflikt
von Adolph von Flöckher
ordskandinavien wird von den Lappen bewohnt. Sie sind zwar nur ein kleiner Stamm, aber immerhin ziemlich lebenskräftig. Von alters her waren sie Nomaden, und die ganze Natur ihrer jetzigen Heimat weist sie auf ein Nomadenleben hin. Als Jäger und Fischer fristen sie oft ein sehr kümmerliches Dasein, und speziell die Fischerlappen an den Seeküsten verfallen in der Regel leicht der Trunksucht, degenerieren und sterben allmählich aus. Auf höherer Stufe stehen dagegen die Lappen, die sich durch Viehzucht ernähren, und diese haben es in vielen Füllen zu einem gewissen Wohlstande, ja zu Reichtum gebracht. Ihr eigentliches Hab und Gut sind die Renntiere. Diese waren in uralter Zeit wild im nördlichsten Skandinavien; die Lappen haben sie einigermaßen gezähmt, insofern man von Zähmung bei diesen scheuen Tieren sprechen kann. Die Lappen haben die Renntiere in ganzen Herden zusammengebracht und sich zu ihren Eigentümern gemacht. In jenen unwirtlichen Gegenden, wo sonst das harte Klima und der felsige Boden keine seßhafte Kultur gestatten, bilden die Renntierlappen die einzige, einigermaßen wohlhabende Bevölkerung.
Da der Wohlstand der Lappen völlig auf ihrem Nenntierbesitz beruht und davon abhängig ist, müssen sie auch ihre ganze Lebensweise den Gewohnheiten ihrer Haustiere anpassen. Diese Gewohnheiten aber sind uralt und ganz von den klimatischen Verhältnissen abhängig. Die Renntiere spotten also allen Regeln und Vorschriften, die nur von politischen oder juristischen Verhältnissen diktiert sind. Wer die Renntiere besitzt, muß auch feiner Herde folgen, so wie diese von alters her zu wandern pflegt. Das Umgekehrte, daß die Renntiere den Gewohnheiten der Menschen nachkommen sollten, ist völlig ausgeschlossen. Deshalb ist es eine ooncMo sine aM ncm für die Zukunft der Lappen, daß man die dortigen Verhältnisse so ordnet, daß die Renntiere den Forderungen ihrer Natur unbehindert folgen können.