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der Czechen werden jetzt taufende von czechischen Agitatoren erzogen, welche in der Zukunft die Stellung Böhmens zum Kaiserstaat zu bestimmen haben. Die Toleranz der kaiserlichen Negierung gegen dergleichen Entfremdung ihrer Staatsbürger gleicht der Sorglosigkeit eines Landmanns, der seine Kinder mit Streichhölzern um das Dach seiner Scheuer spielen läßt. Aber nicht die Regierung allein, auch die Deutschen des Reichstages und der Presse laden schwere Schuld auf sich, wenn sie in dieser Frage säumig sind; ihre Aufgabe ist es, die Regierung, soweit für diese pädagogische Aenderung Acte der Gesetzgebung nöthig sind, zu unterstützen und die Agitation dafür zu betreiben. Es gibt große Culturinteressen, vor denen eine Regierung den Widerspruch einzelner Landschaften, den aufbrennenden Haß der Verletzten und die politische Verantwortung ungern auf sich nimmt, und in Oestreich ist diese Scheu jetzt aus vielen Gründen besonders fühlbar. Um so mehr ist es Pflicht der deutschen Bevölkerung, der Regierung beizustehen. Für den östreichischen Kaiserstaat steht aber die Sache so. Noch ist die ezechische Frage ein Strohfeuer, welches in ungeschickten Händen hin und her flackert. Tilgt man diese Flamme nicht, so wird sie in der nächsten Generation ein Brand, der Gedeihen und Bestand des Staates in Frage stellt. Und dann wird der deutsche Norden um seiner Selbsterhaltung willen das Schadenfeuer zu löschen haben. Unter uns ist nirgend Hoffnung und Wunsch auf solche Arbeit; aber die Oestreicher können der wärmsten Sympathie und jeder Förderung durch Deutschland sicher sein, wenn sie ernsthaft das Ihre thun, von der Zukunft ihres Staates eine große Gefahr abzuwehren.
Aus den Memoiren eines russischen BeKabristcn:
II. Untersuchungshaft und Verhör.
Am Morgen des IS. December wurde ich, wie bereits erwähnt, verhaftet. Der Regimentsadjutant war nach mir gesandt worden; mit ihm su'hr ich nach kurzem Abschied von meiner Frau (ich war erst acht Monate lang verheirathet) zum Regimentscommandeur, wo ich alle Ossiziere unseres Regiments versammelt fand. Der General fragte: „Wer von Ihnen, meine Herren, wünscht den verhafteten Baron R. zum Commandanten zu geleiten?" Niemand erbot sich dazu. Hieraus wandte der General sich zum Dejour- offizier Capitän D. A. Tulubjew und befahl ihm, mich in seinem Wagen in die Kommandantur zu geleiten. In der Canzlei des Commandanten nahm man mir den Degen ab und führte mich auf die im Winterpalais befindliche Hauptwache, wo ein Bataillon unseres Regiments die Wachehielt. Ich bat