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Literatur.

Bibliothek geographischer Reisen und Entdeckungen älterer und neuerer Zeit (Jena, bei H. Costenoble).

1) Hayes' Offenes Polarmeer.

2) Fernand Mendez Pinto's abenteuerliche Reise.

Der derBibliothek geographischer Reisen und Entdeckungen" zu Grunde lie­gende Gedanke, durch die Herausgabe einer Sammlung älterer und neuerer Reise­werke von Werth die wesentlichsten Resultate der in den letzten Jahrhunderten durch den Forschungseifer kühner Reisender erweiterten Erdkunde in ein Ganzes zusammen­zufassen, hat zu viel natürliche Berechtigung, um nicht in weiteren Kreisen Anklang und Anerkennung zu finden. Ueber Plan und Reihenfolge dieses auf eine größere Anzahl von Bänden angelegten Werkes ist in der Ankündigung leider nichts gesagt: den ersten Band bildet Hayes'Offenes Polarmeer", den zweiten eine in der That sehr gediegene Uebersetzung des portugiesischen Reisewerks von Pinto, an dritter Stelle soll Bakers Expedition an die Quellen des Nil und den Albert-Nyanza folgen. So vortrefflich diese Einzelwerke sind und so zuverlässig die Namen der Herausgeber eine solide Bearbeitung verbürgen, so scheint uns doch bedauerlich, daß dieselben in keiner bestimmten, durch den Inhalt bedingten Reihenfolge erscheinen. Am empfehlens- werthesten wäre in dieser Beziehung eine chronologische Anordnung des Stoffes ge­wesen; durch diese würde den Lesern die erwünschte Gelegenheit geboten werden, die Geschichte der geographischen Wissenschaft und ihrer Erweiterung seit dem 16. Jahr­hundert kennen zu lernen. Statt dessen werden wir durch das erste der genannten Werke zur Theilnahme an einer Expedition eingeladen, welche vor noch nicht zehn Jahren in das nördliche Polarmeer unternommen wurde, während Pinto's Reisen uns in die asiatische Welt (China, Tartarei, Siam, Pegu) des 16. Jahrhunderts versetzen. I. I. Hayes' war der Schiffsarzt des SchoonersGrinnell" gewesen, auf welchem Kane im Jähre 18S3 in das nördliche Eismeer vordrang; nach dem Tode dieses kühnen Forschers, im Juli 1860, rüstete Hayes selbst ein Schiff aus, mit dem er weiter nach Norden gelangte, als vor ihm irgend ein Bewohner der Culturwelt. Am 2V. August 1860 war er bis nach Uppernawik an der grönlän­dischen Küste vorgedrungen; von hier aus setzte er seine Expedition zu Schlitten bis zu 82" 30' nördliche Breite fort, um wirklich bis an das offene Polarmeer zu kommen. Hier mußte er umkehren, weil seine Vorräthe erschöpft waren. Die Theil­nahme an dem nordamerikanischen Bürgerkriege, den der Autor als Militärarzt mit­machen mußte, hat denselben gezwungen, seine Reisebeschreibung erst mehrere Jahre später aufzusetzen und zum Abschluß zu bringen. Für das deutsche Publicum wird dieses Werk in dem gegenwärtigen Augenblicke von besonderem Interesse sein, da Hayes' Forschungen dem Petermann'schen Plane zur Grundlage gedient haben, mit dessen Ausführung eine von deutschen Seeleuten geleitete Expedition den ver­gangenen Sommer über beschäftigt war.

Des Fernand Mendez Pinto (eines im I. 1509 in der Provinz Beira zu, Montemor o Velho geborenen Portugiesen) abenteuerliche Reise durch China, die