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Nach dem Abgeordnetentag.
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faltigkeit, für welche sie das staatliche Leben Deutschlands prädestinirt erklärt, entschlossen in ihre eigenen Parteigrundsätze einzuführen. Wirtlich zeigt sie je nach der geographischen Verbreitung ein ganz anderes Gesicht. Tritt sie als Volksparlei" auf mit einer allgemeinen demokratischen Devise, so ist sie sicher auch im Norden, selbst in den Reihen des Nationalvereins einige Anhänger zu finden. Enger schon zieht sich der Kreiö dann zusammen, wenn die deutsche Frage vorangestellt und die Föderativrepublik als Bundesfahne aufgehißt wird. Wird dann zur Abwechslung einmal wieder das berühmte Lied von der Coalition der^Mittel- und Kleinstaaten gesungen, so sieht sie sich noch weiter in die südwest­deutsche Ecke gewiesen, und ist man endlich wieder am heimischen Heerd am Ufer des Nefrnbach angelangt, so entpuppt sich als des Pudels Kern eine kleine nied­liche Hofdemagogie, welche, nur noch in einzelnen feierlichen Momenten, um eine wirkungsvolle Drohung zu appliciren, an dem Register der Föderativ­republik zieht.

Daß diese Partei, noch bevor sie recht geboren ist, in Frankfurt erkannt wurde, nun ja, dies ist allerdings ein Erfolg, und es verdient allen Dank, daß Braun der Bär" das Spielzeug unter seine Tatzen genommen hat. Aber ist es denn erfreulich, als einzigen Erfolg der frankfurter Versammlung den con- statiren zu müssen. daß der bare Unsinn nicht triumphirt hat?

Ans Schleswig-Solstein.

Flensburg, 20. Octobcr. Endlich finde ich Zeit, Ihnen Nachricht über meine Beobachtungen und Erfahrungen in den Hcrzvgthümern zukommen zu lassen, und ich denke, Einiges davon wird den Lesern der grünen Blätter nicht unwillkommen sein. Gestern hier angekommen, war ich vorher erst in Hamburg und Altona, dann zum Anncxionsfest in Natzcburg und hierauf ein paar Tage in Lübeck, von wo ich über Plön nach Kiel reiste und dann nach Schleswig ging. Für heute nur einige von den Früchten der Reise.

Zunächst die Ceremonie im lauenburger Phäakcnländchcn, über die ich mich, wie viel sich auch darüber sagen ließe, kurz fassen will. Es genüge, daß sich die Feierlichkeit bei dem Prächtigen Wetter ganz allerliebst gestaltete, daß die versammelte Menge einen vergnügten Enthusiasmus kundgab, den ich von diesen bedächtigen, schwerfälligen Niederdeutschen nicht erwartet Hütte, und daß selbst meine störrigen Hanseaten, mit denen ich noch Tags vorher harte Tänze über die Differenzen unsrer politischen Ansichten und Ziele gehabt hatte, bei Ankunft des Königs plötzlich aus der Rolle fielen und so laut wie die neben ihnen stehenden Nichtrcpublikaner in das allgemeine Hurrah einstimmten. Daß sie damit ihre Bekehrung zum Großprcußen- thum documentirt, will ich nicht behaupten, aber ihr Hurrah ist Thatsache, und