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Schauspieler - Silhouetten : 4. Christian Weiß.
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um sich Vortheile aller Art zu verschaffen, so hat es der verdienteste Veteran

des Berliner Hoftheaters vielleicht unbemerkt im Schooße seiner Familie gefeiert.

A. G.

Ferdinand Freiligrath. *)

Bei jeder neuen Sammlung von Gedichten, welche Freiligrath herausgiebt, überkommt uns ein unangenehmes Gefühl, daß so viel poetisches Talent durch eine verkehrte Richtung schmählich zu Grunde geht. Daß Freiligrath noch immer das alte Talent besitzt, zeigt sich in den Uebersetzuugen, die auch diesmal so ziem­lich die Hälfte der Sammlung ausmachen. Man findet in denselben keine Spnr von jenem steifen, gezwungenen Wesen, welches in der Regel lyrische Ueber- traguugeu charakterisirt. Sie kliugcu genau wie Originalgedichte, nnd dabei ist nicht nnr der Sinn, sondern anch der Ton nnd die Stimmung der Gedichte ans das Getreueste wiedergegeben. In den eigenen dagegen, wenn sie nicht rein formeller Natur sind, und eigentlich ohne allen Inhalt nnd ohne Pointe, z. B. das GedichtNach England", empört uus nicht nur der Gegeustaud, sondern auch der Ton. Nicht ungestraft ergeht sich die Muse in sansculortischen Em­pfindungen, die Nvhheit der Empfindung geht auch aus die Sprache über. Wäh­rend Freiligrath früher die Salbung und das Pathos seiner Sprache etwas über die Gebühr steifte, hält er es jetzt für seine Pflicht, in dem cynischen Ton eines verwilderten Trunkenboldes zu reden. ,,Schwercnvth, verdammt, vermaledeit" uud ähnliche Flüche quelle» nicht naturwüchsig aus seinen Anschauungen, sie bilden die Würze, welche das Gericht für das demokratische Pnblicnm genießbar machen soll. Bis zu welcher Geschmacklosigkeit sich ein Dichter aus diesem Wege verirreu kaun, dafür ist das beste Zeugniß das GedichtKalifornien", von dem wir hier die erste Strophe anführen:

Aus sein Lager wirft sich lachend der Gnom:

Sacrament! Ja, der Sacramcutvstrom!

Hohoho, und die Menschheit, die kecke!

Kaum daß ihrer Einer den Bettel entdeckt,

Als gleich Tausende rufen: Hui, das schmeckt,

Und aber Tausende: Fort, daß es kleckt,

Und nun stehn sie stille, vergnügt und bedreckt,

Und wühlen im Dreck nach dem Drecke. Und in diesem Tone geht es durch zehn Strophen fort, abwechselnd mit Zeitnngsanspielungen und eben so unklaren als schmuzigen Bildern. Noch

*) Neuere sociale uud politische Gedichte. Zweites Heft. Düsseldorf, Selbstverlag