147
Brabanter VolNSsceRsn.
Vor Vrouwl?ens-clsg.
(20.Janncr.)
Ein deutscher Freund der nach Brüssel kam, setzte mich gestern als Cicerone in Bewegung. Ich durchstreifte mit ihm des Tags über die glänzendsten Partien der Stadt, die im Sonnenlichte ihre^ schönen Glieder so coquctt bespiegelt. Den Abend bewahrte ich für die minder schö< nen aber um so volksreichern Stadtgcgendcn, wo die im Dunkel sich drängenden Massen, von einzelnen Gaslaternen in einzelnen Flecken beleuchtet, etwas Unheimliches und Magisches haben, welches durch den geschichtlichen Boden und durch die alte chronikrciche Zeit, die ihre Spuren hier zurückgelassen, die Phantasie noch Wer stachelt. DaS Stadtviertel, wodurch unser Weg ging, liegt im untern Theile Brüssels und ist sast ganz von Leuten, mitunter sehr wohlhabenden, aus dem Bürgerstand, meistens ursprüngliche Brabanter bewohnt, bei welchen die flämische Sprache die des Verkehrs ist, und die ältesten National-Sitten und Gebräuche sich am längsten erhalten haben. Es fiel nicht nur meinem Freunde, der wie gesagt ein Fremder ist, sondern auch mir seit mehren Jahren Hieselbst Ansäßigcn nicht wenig auf, fast in dem ganzen Stadtviertel das wir durchwanderten, besonders aber in der im Zickzack langen e-lll ä'H.ncli!rlLLllt und den mit ihr verbundenen kleinen Gäßchen, viele Frauenzimmer, besonders die Hausmütter, mehr oder weniger ge-
19*