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Eine akademische Berufung vor hundert Jahren : ungedruckte Briefe von Johann Heinrich Voß.
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Feuer!

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uügeude Pension von Weimar cmnchme». Ans meine Entschuldigung, das; eZ mir unrecht schiene, den Arbeitenden ihr Brvt zn mindern, antwortete er rasch was ich Ihnen, meinem Vertrauten, ohne Schein der Eitelkeit wiederholen kann mein bloßes Hiersein wirke mehr, als die Arbeit von so manchem; und ich hätte genug für Deutschland, u. dadurch mit für Jeua, gearbeitet, man sei mir meine Existenz zu erhalten schuldig. Seitdem hat Gfoethe) gekränkelt, u. ich habe vermieden, sowohl zu schreiben, als nach Weimar zu gehu. Jetzt, höre ich, ist die Rede von einer festeren Versorgung, damit ich nicht (was man glaubt) mich von Jcieobi in die Münchner Akademie der Wissenschaft ziehn lasse. Eine Anfrage unter der Hand, ob es meine Delicatcsse beleidigen würde, wenn man meiner Frau ein Witweugehalt zusicherte, habe ich verzögert; und die schmeichelhaften Wünsche, mich bald in W(cimar) zn sehn, die neulich durch einen Grnß des Erbprinzen, den ich noch nicht kenne, verstärkt wurden, zu erfülle», habe ich bisher mit dem bösen Wetter und meinem Rheumatismus mich entschuldigt. Alles, weil ich, seitdem Sie mir eine Ein­ladung nach Heidelberg ankündigten, von nichts als von Heidelberg träumen mochte!

Man kann wohl versteh», daß Voß, nachdem er darüber geschlafen hatte, diesen Entwurf beiseite legte; für uns ist er wertvoller als das höflich ge­messene Schreiben, das an seine Stelle trat. Einen unmittelbaren Einblick gewährt er in das Leben der kleinen Universitätstadt, in die Sorgen und Freuden eines Professors vor hundert Jahren; und zugleich gibt er einen frischen Beitrag zur Charakteristik des Mannes, den der praktische Sinn des nvrddentschcn Banernsohnes auch im Verkehr mit der Welt der Geheimräte nicht verließ. Übrigens brachte auch die abgeänderte Form den Erfolg, aus den der Schreiber doch wohl im stillen gehofft hatte: Kurfürst Karl Friedrich ließ durch den Kurator Hofer die gebotene Pension verdoppeln nnd freien ^mzug bewilligen. So konnte Voß im Juli 1805 in Heidelberg einziehn.

Beide hier mitgeteilten Schriftstücke sind jetzt im Besitze des Königlichen Hofbuchdruckers nnd Verlagsbuchhündlers Johannes Voß in Düsseldorf, eines Enkels von Abraham Voß,' also Urenkels des Dichters. Es war sein Wunsch, daß sie veröffentlicht würden; nnd ich habe mich gern der freundlichen Aufgabe unterzogen, soviel an Erlänteruug bcizugeben, als zum Verständnis der Situation nötig erschien.

Düssetdorf _ Paul Lauer

Feuer!

Erinnerung aus den: russischen polizeileben von Alexander Andreas (Fortsetzung) 15

l uter solchen Gedanken erreichte ich das Haus und den Hof und sah das Hinterhäuscheu vor mir. Ich hatte die Absicht gehabt, am Vormittag vorzusprechen, und jetzt war die Abenddämmerung nicht mehr fern. Ich hatte noch nichts gegessen. Doch das hielt mich nicht ab. Ich öffnete und geriet in ein Vorhaus. Geradeaus war

_Idie Küche, wie ich durch die Glasscheiben in der Tür erkennen

konnte. In der Küche brannte Feuer, und jemand war daran beschäftigt. Die größere Tür rechts, hinter der Hammerschläge schallten, führte also zur Stube.