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Die katholische Geistlichkeit und das Polentum in Oberschlesien
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(>L0 Miquel und Leiiuigse»

Nischen Religionsunterrichts und Gottesdienstes auf. Religiöse Unterweisung und Erbauung in polnischer Sprache könnten aber nur dann gefordert werden, wenn die Gläubigen des Deutscheu nicht mächtig wären, was thatsächlich nicht der Fall ist. Die Pflicht der Regierung bei ihrer gegenwärtigen klarern Polen­politik ist es aber, die Erfolge der Volksschule auch für die Erwachsenen zu sichern und ihre Früchte nicht durch deutsche Pfarrer verderben zu lassen. Obschon die oberste Kirchenbehörde wie der Dorfgeistliche im allgemeinen nicht nndeutsch gesinnt sind, kann es leider nicht geleugnet werden, daß noch manche fanatisch polnische Geistliche im Amte sind, wenn auch ihr Treiben dem Fürst bischof sicherlich nicht genehm ist. Die Negierung muß aber reiueu Tisch inachen und fordern, daß die Kirche nicht zur Dienerin der großpoluischen Be- weguug wird, sondern offen die dentsche Farbe in ihren Amtsverrichtungen be­kennt. Und so muß als Mindestmaß des kirchlichen Entgegenkommens die deutsche Kircheusprache auf dem ganzen linken Oderufer und die Einführung des deutscheu Koufirmandenunterrichts, sowie der abwechselnden deutschen Predigt auf dein rechten Oderufer verlangt, in den Städten aber vom polnischen Gottesdienst überhaupt abgesehen werdeu, da diese hinreichend deutsch geworden sind. Sonst wird Oberschlesien ein uationalpolnischcs Gebiet, nnd wir erleben dieselben Zu stände wie in Posen. Der Reichskanzler hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Zeit der Polcnverhätschlung vorbei ist, nnd daß dein Dentschtnm der starke Arm der Staatsgewalt nicht fehlen wird. Die Miquelsche Absicht soll also mit den Machtmitteln des Staats durchgeführt werden. Auch auf kirchlichem Gebiet ist dieser nicht wehrlos, wenn nur die Regierung festen Willen hat.

Kurd von Strantz

Miquel und Vennigsen

s wird immer offenbarer, daß die eigentlichen Worthalter der nationalliberalen Partei keineswegs mit der Rede zufrieden sind, die der Vater der Fraktion am Grabe seines Frenndes Miqnel gehalten hat. Man kann sich darüber wnndern, aber Grund dazu ist nicht vorhanden. Schon seit den Heidelberger Tagen im Jahre 1887, wo Miqnel, noch nicht Staatsmann im Dienst, das Stichwort der Sammlnngspolitik ausgab und damit die große Politik im Bismarclischen Stile zu treiben begann, war seine Stellung an der Spitze der Partei erschüttert. Was wollte man nnch mit einem Parteiführer, der die Grundparagraphen des nationalliberalen Prinzips im Stich ließ und mit der Rechten paktierte, wo es doch darauf ankam, die Linke wieder zu gewinnen?

Laßt ihn hinfahren. Es ist die Großmnunsucht. Er will sein Leben an eitle Bewundrnng setzen! So lautet in den Räubern das Wort über Karl Moor, als er seineu Nnhin nicht mehr iu den Thäte» seiner Bande fand, und ähnlich war das Urteil über Miquel, als er einsah, daß nicht alle