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Im Kampf ums Leben : Erzählung :
(Fortsetzung)
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Weihnachten vor j?aris

ihre Wangen waren, in die sich schon Runzeln eingegraben hatten. Sie ist auch müde, die Ärmste! dachte er und küßte sie, wahrend ihm die Thränen aufstiegen.

Als sie ins Haus gingen, begann er plötzlich zu schwanken, nnd Ane rief entsetzt: Du wirst doch nicht krank werden! Das ist nicht unmöglich! Er mußte sich auch sogleich ins Bett legen, ein heftiges Fieber brannte in seinen Adern. Gott sei uus gnädig! sagte Aue und setzte sich zu ihm. Gvtt Vater hoch im Himmel wohnt! Gott Vater hoch im Himmel wohnt, Sören! Ja, er wohnt wohl recht hoch droben! flüsterte Sören und warf sich unruhig auf seinem Lager hin und her. Söreu! Soll ich uicht jemand bitten, den Doktor zu holen! Wen wolltest dn denn darum bitten? Darf ich nicht? Nein! antwortete Sören fast barsch. Das mußt du mir versprechen oh! Sie reichte ihm etwas zu trinken und starrte dann unverwandt durch die kleinen Fenster hinaus, während sie an all die Thüren dachte, die ihnen nun verschlossen waren, nnd an die Nacht, die bevorstand!

Gegen Mitternacht redete Sören im Fieber. Hörst du deuu uicht, wie sie ins Eis hnnen! rief er heftig. Was ist das für ein Gerede! Doch, sie hanen uns ab, sodaß wir vom Lande schwimmen nnd nie wieder auf festen Boden kommen. - Still, still, still! Hörst du nicht, wie die Axt klingt! rief er wieder, indem er sich jäh aufrichtete. Hörst du es nicht? Ja ja, aber leg dich nun ruhig wieder nieder! Mit einem Lächeln, durch das das Bewußtsein durchschimmerte, sank Sören wieder zurück. Aber gleich darauf fuhr er wieder auf uud focht wild niit den Armen in der Luft. Dann legte er sich wieder nieder nnd jammerte: Gefesselt haben sie mich, daß ich nie wieder ein Glied rühren kann. . . . Und nun treiben wir hinaus auf die gräßliche dunkle Wiuterflut. ... O, warum willst du mich nicht befreien? ... O, nimm dvch ein Messer und schneide die Stricke durch!

So ging es fort die Nacht durch, endlich wurde er ruhiger. Früh am Morgen wachte er ans und konnte unr mit Anstrengung die schweren Augenlider hebe«. Im Scheine des schwachen Tagesgrancns und der kleiueu Lampe sah er Ane auf dem Stnhl neben seinem Bette sitzen, wo sie der Schlaf auf ihrem Wachtposteu über­rascht hatte. Das bleiche, von wirrem Haar umrahmte Gesicht war auf die Brust herabgesunkeu. Die magre linke Hand lag in ihrem Schoß, und mit der rechten hielt sie den Bettpfosten umschlungen. Er dachte daran, daß diese jetzt so eiuge- suukue Brust einst hoch nnd rund, und daß diese graue farblose Haut einst blühend gewesen war. Uud doch kam es ihm so vor, als ob sie seinem Herzen jetzt viel naher stehe als damals, sie, sein trener, uicht waukeuder Kamerad.

Mit inniger Liebe weilte sein Blick auf ihrem Antlitz, auf dem der Kampf des Lebens seine Spuren zurückgelassen hatte, nnd auf dem seine nnd ihre Lebeus- geschichte verzeichnet stand, und daun schlummerte er mit einem glücklichen Gefühl wieder eiu. (Schluß folgt)

Weihnachten vor Paris

von Georg Stellanus

ater! Vaaterü Vaahterü! Na da läßt d'es bleibeu. Frau Hahn machte es nichts ans, daß ihr Mann mitunter nicht kam nud auch nicht antwortete, wenn sie ihu rief. Sie wußte, das war uicht bös gemeint. Er hörte, daß er gerufen wurde, aber wenn es ihm gerade uicht paßte, ein freundliches: Hier, Mutter! daran zu wenden, so unterließ ers. Die Gesellen und die Jnngen sahen dabei recht, wer Herr im Hanse war, und daß er nicht zn kommen und zn antworten brauchte,