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Das Heer und die Sekten
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Lin Stück Znknnftsswat in Frankreich 427

durch eher als durch das Gegenteil mancher gute Soldat dem Heeresdienst erhalten. Toleranz ist eigentlich von alters her unter preußischen Fahnen geübt worden. Es war der große Preußenkönig selbst, der folgende Grundsätze aufge­stellt hat:Es muß allermaßen cvitieret werden, Leuten, die einer Sekte zuge­than, in den Kopf zu bringen, als ob man solche so viel achtete, als ob man sie deshalb verfolgte und sie durch Gewalt von ihren Irrtümern zurückbringen wollte, da die Erfahrung durch alle Zeiten gelehrt hat, daß, wenn Leute, so in die radikalsten Irrtümer verfallen, durch Bedruck uud Verfolgung zurück­gebracht werden sollen, selbe sich umsomehr darin opiniatrieret haben, in völligen Fanatismus verfalle» sind, dadurch aber auf die Phantasie geraten, als ob doch etwas Sonderliches unter dergleichen Sekten stecken müsse, weil man solche nicht anders als durch Gewalt reprimieren müsse. Wohcrgegeu aber, wcnu man dergleichen Leute uud ihre Sekten meprisieret und gethan hat, als ob sie nicht einmal einiger Attention wert und Leute waren, die eher Mitleiden als Haß verdieilten, dabei aber nur darauf gesehen hat, daß die Häupter der Sekte das Land meiden, die andern aber sich als Bürger uud Uuterthaueu auffuhren müssen, solche sich endlich ihrer Thorheit geschämt haben und entweder selbst zurückgekommen sind, oder doch andern keine Impression gemacht, und keinen weitern Znwachs noch Anhang gefunden, mithin endlich unvermerkt ausgehöret haben."

Es müßte interessant sein, die Erfahrungen, die mit den verschieducu Sektierern im Heere schon gemacht worden sind, kennen zu lernen. Aus ihnen könnten gewiß allgemeine Grundsätze, die bei ihrer Behandlung zu befolge» wären, gewonnen werden, zum Segen für das Heer und uicht zum weuigsten auch für so manche in ihrem Gewissen geängstigte und um ihr Heil besorgte Meuschenseele. B. Wohlfahrt

Gin Stück Zukunstsstaat in Frankreich

von Hugo Böttger

wischen der phantastischen Phalanstcrie des Fonrier und dem nüchtern-praktischen Zutuuftsstaatc des Bellmny liegt Godins Fmnilisterium in Guise (Frankreich), eine Kombination der Er­zeugung von Kochherden, Öfen, Küchengeräten nnd Menschen, alles im Großbetriebe. Wohl bei keinem industriellen Wohlfahrts­unternehmen sehen nur eine solche Vielseitigkeit der patriarchalischen Fürsorge, eine solche bis in das kleinste Detail die Entschließungen des Einzelnen über­flüssig machende Regelung der Wirtschaft, wie in der von I. B. A. Godin begründeten Familisteregesellschaft von Gnise, Collin uud Cie. Gewinnbeteili­gung, Vergesellschaftung des Unternehmens, gemeinsame Wohnuug, eigne Volks-