Zur prachtwerksindnstric.
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nicht aber notwendig erscheinen könnte. Gerade das Gegenteil gilt von den spätern Epochen; für sie fehlt es im großen wie im kleinen vielfach an Einzel- und Vorarbeiten, wie sie für eine erschöpfende, alles umfassende Darstellung die notwendige Grundlage bilden.
Unbestritten ist ein großer Anteil an der Erforschung der römischen Kaiserzeit der ausländischen Wissenschaft einznrcinmen. Die einzelnen, zum Teil noch in das siebzehnte Jahrhundert zurückreichenden Arbeiten auf diesem Gebiete namhaft zu machen, entspricht nicht dem Zwecke dieser Zeilen. Am bekanntesten und deshalb hier allein zu nennen ist gegenwärtig wohl Duruys IIi8tmr<z äö8 Ronmin8,^) durch deren Übersetzung augenblicklich die deutsche Literatur bereichert wird,^) Aber die Ansprüche, mit denen die deutsche Übersetzung vor das Pnbliknm tritt, die freundlichen Geleitsbriefe, die man ihr mit auf den Weg gegeben hat, wie nicht minder der Umstand, daß das Werk dem „sogenannten antiquarischen und namentlich auch dem archäologischen Elemente einen sehr ausgedehnten Raum gewährt," müsse» bei dem Standpunkte, den die deutsche Wissenschaft gegenüber der ausländischen einzunehmen berechtigt ist, die Kritik notwendigerweise herausfordern.
Der seiner Zeit von der Verlagsbuchhandlung herausgegebene Prospekt klärte das Publikum darüber auf, daß „eine im großen Stile geschriebene ausführliche Geschichte der römischen Kaiserzeit in Deutschland noch fehle," was natürlich das Erscheinen einer deutschen Ausgabe des französischen Werkes rechtfertigen mußte. Wir wollen nun nicht darüber rechten, ob eine derartige Empfehlung im Hinblick darauf, daß Hertzberg vor einigen Jahren selbständig eine ähnliche Darstellung (ebenfalls mit zahlreichen Illustrationen) verfaßt hat, für den Herausgeber schmeichelhaft sei oder nicht; nur wollen nicht darnach fragen, was man unter einer „im großen Stile" geschriebenen Geschichte der Kaiserzeit zu verstehen habe und ob nicht gar die deutsche Literatur eine solche schon besitze, wir wollen an diesem Orte auch nicht den Gang der geschichtlichen Entwicklung und die Frage ucich der Kritik und Vollständigkeit des benutzten Quellenmaterials prüfen. Wir wollen das Werk nur nach einer Seite hin untersuchen, die ihm einen eigentümlichen Charakter verleihen soll. Wir meinen das „archäologische Element," den erstaunlichen Reichtum an Illustrationen „jeder Art" (sie!), die in „ausgiebigster Weise zur Jllustrirung des reichen historischen und kulturgeschichtlichen Stoffes vereint" find.
Bei der seit dem letzten Jahrzehnt bis zur wahren Manie gesteigerten
Erst vhne Abbildungen, dann in vergrößertem Formate mit zahlreichen Illustre tionen erschienen.
«"») Geschichte des römischen Kaiserreiches von der Schlacht bei Actinm und der Eroberung Ägyptens bis, zum Einbrüche der Barbaren. Ans dem Frauzösischeu übersetzt von Prof. Dr. Gustav Hertzberg. Mit etwa 2000 Illustrationen iu Holzschnitt und einer Anzahl Tafeln iu Farbendruck. «Leipzig, Schmidt & Günther.)