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Camoёns : Roman :
(Fortsetzung.)
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Notiz. 885,

von der verwitweten Herzogin von Braganza, daß ich Euch nicht so fremd bin, Senhor Luis, als ich glauben mnßte, Ihr habt meine Mntter gekannt?

(^-orlschung folgt.)

Notiz.

Zur Misere unsrer Literatur. Vou einem Seminarlehrer erhalten wir folgende Zuschrift^ Hochgeehrter Herr! Der Verfasser des Artikels iu Nr. 2 der Grenzboten!Znr Misere unsrer Literatur" sagt mit Recht, daß viele Deutsche, obgleich sie die nötigen Mittel haben und auch Anspruch auf Bildnng mache», uicht einmal die unerläßlichsten Anfänge zu einer dürftigen Bibliothek" besitzen, und sich nicht schämen, um den doch fühlbaren Hunger nach literarischer Kost einigermaßcu notdürftig zu stillen, Leihbibliotheken z>l benutzen u. s. w. Das ist gewiß wahr uud auch deu meisten Leser» der Greuzlwten nicht ganz unbekannt. Aber die Hauptsache ist doch wohl, Mittel und Wege zn finden und dann zu zeigen, durch die es besser werden kouuie uiit derMisere unsrer Literatur." Für ein solches würde ich es iu erster Linie halte», wenn dem Leser eine Anzahl solcher Bücher genannt würde, die eben uiemals in dem Hanse eines wohlhabenden Mannes aus dem Mittelstande fehlen dürfte» und so gewissermaßen den Grundstock seiner Hnusbiblivthek bilden müßten. Das ist wichtig. Sagen Sie nicht darauf! Das ist unnötig; eS weiß dies jeder gebildete Mann von selber. Ich meine: Nein! Ja ich gehe noch weiter und behaupte! Eine solche Auswahl vou etwa zwanzig oder dreißig Werken kann nicht einmal ein Fachmann allein feststellen; sie würde dann jedenfalls einseitig sein. Es müßten hierzu entschieden mehrere Literatur­verständige Vorschläge machen und sich dann über eine gewisse Zahl als Werke ersten Ranges einige», daun solche zweiten Ranges bezeichnen u. s. w. Das hätte Wert, das würde die Leserwelt mit Freude» begrüße».

Ob e!»e derartige Auswahl auf verschiedue andre Schwierigkeiten stoßen würde, ist eine andre Sache und soll hier weiter nicht berücksichtigt werde». Aber eine solche Auswahl ist entschieden nötig z»r Vervollständignag der i» jenem Aufsatze beleuchteten Sache; denn sonst dürfte der Herr Verfasser jenes Artikels einem Arzte ähnlich erscheinen, der die Wunde» eines Kranken uutersncht nnd in ihrer Bös­artigkeit richtig erkennt anch dafür sorgt, daß dies »och andre erkennen -, aber kein Mittel zur Heilung bezeichnet. Der Arzt verschreibt aber regelmäßig nach Beratung mit sich selbst ein Rezept; das lhne doch auch der Herr Verfasser, be­ziehentlich die Redaktion der Grenzboten. Also! Das Rezept! Nicht nnr in der Theorie bleiben! Praxis üben!

Verzeihen Sie, daß ich mir die Freiheit genommen, Ihnen dies zn schreiben. Sollte ich hiermit einer wichtigen Sache dienen können, so wäre mir das sehr angenehm :e.

Den hier ausgesprochenen Wunsch zu erfüllen, sind unsers Wissens wiederholt beachtenswerte Versuche gemacht worden. Wir denken zunächst an denWegweiser durch die deutsche Literatur" vou Schwab und Klüpfel, der mehrere Auflagen mit Nachträge» erlebt hat. Für Volksbibliotheken hat vor einer Reihe von Jahren der Leipziger Zweigverein des denischen BolksbilduugSvereius einen vortrefflichen Katalog zusammengestellt, der auch für die Eiurichtung eiuer Privatbibliothek für ein deutsches Bürgerhaus recht gnt hätte maßgebend sein können. Ob er je gedruckt worden ist, wisstn wir nicht. EinMusterkatalog" für VolkSbivliolheken, den wir gedruckt geseheil habe» uud der von einer Leipziger Svrtimentsbnchhandlung zusamwengestellt war,