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Agitation auf dem Gebiete der höheren Schulen.
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Archäologie und Anschauung.

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Parteien sich auf zwei reduziren, die sich bei allen Unterschieden doch gern

anerkennen. Die bisherigen Gymnasien und Realgymnasien fallen dann

weg, denn die höhere Einheit ist glücklich gefunden. 4. Die Universitäten lösen sich in Seminarien, Laboratorien, Kliniken, Praktica,

Mnseen, knrz in Spczialfncher auf. Hinter dieser Zukunft ahnen wir schon eine andre. Aber deren Darstellung wollen wir der Zukunft überlasfen.

Archäologie und Anschauung.

s ist jetzt ungefähr zehn bis fünfzehn Jahre her, daß mehr und mehr die Überzeugung sich Bahn gebrochen hat, daß unter den Wissenszweigen, welche das Gymnasium lehrt, auch die Kunst eine wenn auch bescheidne Stelle einzunehmen habe. Lange als Bedürfnis empfunden, oft besprochen und angebahnt, hat der Unterricht in antiker Kunst sich hente in vielen, wenn auch noch lange nicht in allen höhern Lehranstalten ein Plätzchen erobert.

Wer vor zwanzig oder dreißig Jahren und noch früher ein deutsches Gymnasinm besuchte, der erfuhr dort, wenn es nicht etwa der Zufall fügte, kein Wort von griechischer Kunst, sah niemals die Abbildung eines alten Kunstwerkes. Ich entsinne mich noch sehr gut, daß ich zum ersten male eine Abbildung der Parthenon-Bildwerke als Tertianer zn Gesicht bekam, weil gerade ein Lehrer eine Vertretungsstunde geben mußte und die gute Idee hatte, diese zum Vor­zeigen des Müller-Österlcyschen Atlas zu benutzen; von da aber verschwand die griechische Kunst wieder bis zur Uuiversität, und weder sprach der Lehrer der Geschichte, wenn er das perilleische Zeitalter zn behandeln hatte, von Phidias und vom Parthenon, noch fiel es dem Philologen, welcher die Klassiker mit uns traktirte, ein, uns jemals die Gestalten der Götter oder Heroen im Abbild vorzuführen; ja selbst der sonst treffliche Lehrer, der mit uns den Lcwkoon las, behandelte denselben lediglich aus dem logisch-stilistischen Gesichtspunkte, die Gruppe aber, die den Ausgangspunkt der Schrift bildet, war ihm ebenso gleich- giltig wie alle die andern belehrenden kunsthistvrischen Fragen, die sich an die Lessingsche Schrift von selbst anknüpfen lassen.

Das ist jetzt, wie gesagt, besser geworden; ich hoffe es wenigstens, denn aus der Erfcchrnng kann ich, da ich schon lange außerhalb Deutschlands lebe,