Vasta am Balkan.
ie Großmächte, deren Interesse zunächst verlangt, daß in den Balkanländern endlich wieder Ruhe einkehre, haben sich in diesen Tagen zu einer Maßregel entschlossen, die nicht verfehlen wird, das Ende der dortigen Wirren und Gefahren zu beschleunigen. Auf Anregung Nußlands haben sie nicht allein der bulgarischen und der serbischen Negierung, sondern auch der griechischen eine Kollcktivuote überreichen lassen, in welcher sie zur Abrüstung ermähnen. Übersetzt man die Mahnung oder Empfehlung aus der Diplomatensprache, so ist sie ein Befehl, ein Gebot, ein Bast« endlich! ihr kleinen Störenfriede mit eurer Großmannssucht, und die Kleinen werden nicht umhin können, zu gehorchen, den Säbel in die Scheide zu stecken und ihr Pulver fernerhin unverschvssen zu lassen. Zu gleicher Zeit verlautet iu diplomatischen Kreisen, daß der Sultan die Vorschläge wegen Ernennung des Fürsten Alexander zum Generalgouverneur von Ost- rumelien angenommen habe, und daß das künftige Verhältnis der beiden Teile des bulgarischen Landes folgendermaßen gestaltet werden solle: Fürst Alexander wird, zunächst auf fünf Jahre, zugleich Generalgouverueur der türkischen Provinz Ostrumclien, das Statut (die Verfassung) der Provinz wird in der Weise abgeändert, daß die Volksvertretung derselben zwar von der Bulgariens getrennt bleibt, beide aber gewisse Angelegenheiten durch eine gemeinsame Delegation beraten, daß die untern Offiziersgrade bis zum Hauptmann hinauf immer nur für den einen Teil, die obern dagegen für beide Geltung haben, Generale aber, die in Ostrumclien Garnisonen befehligen, in ihrem Range die Bestätigung des Sultans bedürfen. Endlich soll Bulgarien der Pforte zur Regelung des rückständigen Tributs im ganzen 300 000 türkische Pfund zahlen. Binnen kurzer Zeit wird zur Beratung dieses Übereinkommens eine neue Konferenz der Ver- Grmzbotcn I. 1LL6. zc>