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niemand stärker vom Gefühl gerechter Wertschätzung durchdrungen sein kann als der Verfasser dieser Biographie, Die Kenntnis Hnyms erstreckt sich natürlich nicht bloß auf die Herderschcn Schriften, sondern auch auf die Aufnahme, die sie gefunden, die Urteile der Zeitgenossen, welche sie hervorgerufen, die Nachwirkungen, die sie erzeugt haben. Es gelingt ihm ebenso sicher, im Gewirr der Meinungen, der enthusiastischen wie der verwerfende», ein billiges und fein abgewogenes Schlußurtcil zu finden, als in den erzählenden Partien seiner großen Arbeit die Wahrheit ans widersprechenden Berichten zu erörtern. So bildet für alle diejenigen, die den Herderschen Ideen und der Art seines Geistes und seiner Aureguugsfähigkeit fremd geworden sind, aber zu ihm zurückzukehren wünschen, Hayms Biographie eine vortreffliche Einführung in die große Snphansche Ausgabe der Schriften,
Es wird lange dauern, bis wieder ein zweites gleich vortreffliches und erschöpfendes Buch über eine der großen Gestalten unsrer klassischen Tage veröffentlicht werden wird. In welchem Sinne dasselbe gedacht ist lind aufgenommen werden sollte, erhellt aus den Schlußworten Hahms, Nachdem er der trüben Tage, in denen Herders Standbild in Weimar enthüllt wnrde, und der Festrede gedacht hat, mit der damals Adolf Scholl diese Enthüllnng begleitete, sagt er: „Wenn wir heute uns des großen Verdienstes Herders erinnern, so nehmen unsre Gedanken eine andre Richtung: sie verdichteu sich zu dem Vorsätze, daß wir über den Besitz unsrer errungnen Staats- und Nativnalcinheit die Gesinnung der Eintracht und mit ihr alle die Heiligtümer des innern Menschen uns nicht wollen abhanden kommen lassen, für die er gelebt und geeifert, mit mutiger Seele gekämpft, mit unmutiger Seele gelitten hat," Wir dürfen hinzufüget!, daß uns jedes Bnch von der Tüchtigkeit und dem edeln Ernste des Hnymschen „Herder" die Zuversicht erhöht, daß diese Gesinunng nicht bloß ein Programm, sondern eine lebendige Wahrheit bleiben wird, ^
Skizzen aus der Levante und Griechenland
von H. Scherer.
ie alte Lagunenrepublik hat im Orient dauernde Spuren ihrer Herrschast hinterlasse», auch Genua, obgleich wettiger zahlreich. In dem italienische» Mittelalter, wie es sich durch diese Staats- weseu aussprach, liegt ein guter Rest altrömischer Kraft und Ne- giernugskunst, Ihre Kolonisation ans den ionischen Inseln, ans Cypcrn, Kandia nnd Rhvdus ist noch heute das Fundament europäischer Ge-