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russische» Handelslage geeignet sei. die Meinung über die Wichtigkeit dieser Ansprüche zu klären. Die Petition liegt dem Fürsten vor, und man darf wohl erwarten, daß von unsrer Neichsregicrung alles gethan werden wird, nm der deutschen Industrie das gewaltige russische Absatzgebiet zu erhalten.
Hayms Herderbiographie.
ach uraltem Weisheitsspruch muß der Mensch warten können, bis seine Zeit kommt, »nd ein Schriftsteller, wäre es auch der größte und einflußreichste, mag wohl uoch öfter warteu müssen als andre Menschenkinder. Daß er sich schlecht aufs Warten verstand, ist Johann Gottfried Herder, dem großen Bahnbrecher und kritischen Vorkämpfer unsrer klassischen Dichtung, dem gewaltigsten und vielseitigsten Anreger, den unsre Literatur neben Lessing besessen hat, oft genug im Leben zum Unheil ausgeschlagen und hat ihm trübe Stunden bereitet. Indessen scheint es, als ob das irdische Wnrtemnüssen für den Unsterblichen auch mit dem Leben nicht vorüber sei. Für Herders Geist und Namen hat es sich mehr als ein Menschenalter hindurch notwendig gezeigt. Wie schienen seine Werke, wie schien selbst seine gewaltige Persönlichkeit vergessen, wie dünn und blaß wandelte sein Schatten durch unsre literarhistorischen Hand-, Not- und Hiifsbücher! Kaum daß die Nachdichtung des „Cid" in Cvttas Miniaturausgaben einige neue Leser und Leserinnen gewann, kaum daß ein paar unvergängliche Seiten Herderscher Geschichtsphilosophie in den Schulmustersammlungcn fortlebten.
Nun ist ihm wie keinem zweiten uuter unsern Klassikern der philologisch- historische Zug der Zeit zu Hilfe gekommen. Man konnte sich garnicht eingehend und ernsthaft mit der Geschichte und den Produktionen der Sturm- und Drangperiode und der nachfolgenden Jahrzehnte beschäftigen, ohne überall ans Herders geniale Kraft und tiefgreifende Wirkungen zurückgewiesen zu werden, man ging so vielfältig in seinen Spnren, mußte so tausendfach an feine Lebensarbeit anknüpfen und erinnern, daß man immer deutlicher erkannte, ihm sei schon bei Lebzeiten und vollends ein paar Jahrzehnte nach seinem Tode gewaltiges Unrecht geschehen. Diese Erkenntnis hat sich bereits in einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen, von Neudrucken, Answcihlen, „Lichtstrahlen" aus Herders Schrifteu, vor allem aber in der großen Gesamtausgabe seiner „Werke" von