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Zustände und Aussichten in Oestreich. 1.
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wenn sie consequent sind, müssen für die Theilung des ungarischen Reiches in vier oder gar fünf nationale Staatsgruppcu stimmen. Neigt sich die Majorität dieser Ansicht zu. so reicht das hin, um das radicale Element in Ungarn Mieder in die Höhe zu bringen, es genügt aber nicht, um die widerspenstigen Magyaren zu bändigen. Denn dann werden nicht nur die deutschen Demokraten wie im Jahre 1848. sondern auch die Conscrvativen gegen die Regierung auftreten und ob in der Armee, die an und für sich streng centralistisch gesinnt ist, die Lust groß sein wird, für die problematischen Figuren einer Slowakei. Magyarei, Walachei u. s. w. zu kämpfen, steht dahin. Hält die Negierung, wie noch immer behauptet wird, an einem dualistischen Programme fest, so hat sie durch den Ausschluß der Deutschen ihrer natürlichsten Bundesgenossen sich beraubt. Zwar hat der Dualismus unter den Deutschen bis jetzt nur wenige zerstreute Anhänger: überzeugen sie sich aber, daß die Centralisation nicht durchführbar sei, so werden sie doch noch eher zum Dualismus sich bekehren, als dem slawi­schen Föderalismus huldigen. Sie wollen freilich überhaupt nichts von dem außerordentlichen Reichstag wissen, denselben nicht beschicken. Die Demonstra­tion wäre imposant, wenn in den rein deutschen Provinzen Einmüthigkeit herrschte. Sie ist auch nur in diesem Falle anzurathen. Können sich die Deutschöstrcicher nicht einigen, bleiben die Deutschen in Böhmen und Nieder­östreich bei der Weigerung, fügcu sich dagegen die Steiermärker und Tiroler, dann wäre es besser gewesen, die Deutschen hätten nie mit demUesLrmo" gedroht. Die Schule, die eine Minorität durchmachen muß, bleibt ihnen in feinem Falle erspart. Es ist eine harte, aber besonders für die Dcutschöstreicher heilsame Schule. ^. L.

Neueste Nomanliteratnr.

Während das Iah.' 1863 auf diesem Felde eine Anzahl Werke von blei­bender Bedeutung zu Tage gefördert hat, wird von den 1866er Erzeugnissen das Meiste (eine' glänzende Ausnahme davon macht das reizende jüngste Kind der reuterschen Muse) schon nach wenigen Jahren der Vergessenheit anheim­gefallen sein. Je massenhafter wie dies bereits in einer der letzten Nummern hervorgehoben wurde die Prvduction gewesen war. um so betrübender fällt uns die fast'durchgängige Mittelmäßigkeit des Gebotenen auf. Indessen das Vorzügliche kann nicht immer neu, das Neue nicht immer vorzüglich sein und auch die bescheidenen Pflänzchen, die nur auf eine geringe Weile sich selbst und den Garten schmücken, dürfen auf flüchtige Beachtung Anspruch machen; wäh­rend man andrerseits vom Unkraut, auch wo es in unscheinbarer Gestalt auf­wuchert, die Beete säubern soll. Aus diesem Gesichtspunkte werfen wir einen Blick auf einige der jüngsten novellistischen Prvducte.

Immer zunehmenderer Beliebtheit erfreut sich die Feuilletonnovelte, dic in furzen pikanten Zügen den bequemen Leser der Neuzeit alltäglich oder allwöchent­lich, je nach deni Verhältniß seines Bedürfnisses, zu amüsiren weiß. Einige Wenige haben sie wahrhaft künstlerisch zu gestalten gewußt; unter ihncu steht