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Tagebuch.
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Gtttzkow sNriel Aeost«!" auf dev Bühne. I.

Dresden, 15. December.

Neulich waren Sie selbst Zeuge der Erfolge von Laube'sKarls­schülern" auf unserer Bühne; jetzt lassen Sie mich die angenehme Pflicht erfüllen, Ihnen über die Erfolge des Gutzkow'schen Trauerspieles und dieses selbst zu berichten. V-n'i-,, suiit tat» lilivlli laßt sich kaum von einer Dichtung mit größerer Wahrheit sagen, als von der dramatischen. Oft nimmt Alles den glücklichsten Anlauf; von der ersten Leseprobe bis zum letzten Geigenstriche der Symphonie vor der ersten Aufführung ver­lauft Alles unter der günstigsten Eonstcllation, und dennoch

Zwischen Lipp' und Bechcrsrand

Waltet noch des Schicksals Hand."

Nun ist zwar für Gutzkow's Acosta die Bedenklichkeit jenes Gedanken­strichs in keiner Weise eingetreten; aber auch dieses Stück hatte seine Antecedentien, ernster und komischer Natur, die zum Theil die Parodie auf ein früheres Lustspiel unsers Dichters machen zu wollen schienen. Ge­spannt waren Alle durch Gutzkow's Namen an sich, durch seine neue Stellung zur hiesigen Hofbühne, kraft deren doch wohl Dieser oder Jener ganz besondere Anforderungen an dieses Debüt machen zu können geglaubt hat; gespannt endlich durch ein günstiges Vorurthcil, welches leider auch diesem Stücke vorangeflogen war; ich sage alles Ernstes: leider! weil oft solche Vorurtheile grade das Gegentheil von Dem herbeiführen, was sie bezwecken wollten. Stoss oder wohl mehr nur Zeit-, Ort- und Personen- Staffage der Dichtung sind aus Gutzkow's älterer Novelle:Der Sad- ducäcr von Amsterdam"*) entnommen. Uriel Acosta, ein Portugiese jü­discher Abkunft, hat in Amsterdam eine Schrift veröffentlicht, in welcher

*) Sie ist neuerdings im elften Bande seiner gesammelten Werke abgedruckt worden.

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