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Die Präsidentenwahl in den Gereinigten Staaten.
Der Schlußakt des lang ausgcsponnenen Dramas der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten hat seine Endschaft erreicht. Der Kandidat der republikanischen Partei, Rutherford B. Hayes, bisher Gouverneur des Staates Ohiv, ist der Nachfolger von U. S. Grant; er tritt sein hohes, verantwortliches Amt unter Umständen an, die in politischer und nationalöko- nomischer Beziehung die größten Schwierigkeiten mit sich bringen.
Die Art uud Weise, wie Hayes den Präsidentenstuhl der Vereinigtem Staaten bestieg, steht einzig in der Geschichte dieser Republik da. Nach deu Bestimmungen der Bundesverfassung und den ergänzenden Gesetzen mußte der Präsident des Buudesseuats am zweiten Mittwoch im Februar des Jahres, iu welchem der ueugewählte Präsident der Union sein Amt anzutreten hatte, in gemeinsamer Sitzung der beiden Kongreßhäuser die aus den verschiedenen Unionsstaaten au ihu eingesaudten (Zertifikate und Abstimmungslisteu der Prä- sidentenwahlmänner oder Elektoren eröffnen und zählen lassen und, nachdem dies geschehen, diejenige Person, welche die höchste Zahl der Stimmen für das Präsidentenamt erhalten, als erwählten Präsidenten proklamiren, wenn selbige Zahl eine Mehrheit der ganzen Anzahl der Elektoren ausmachte. Es war jedoch in diesem Jahre vorauszusehen, daß — bei dem geringen Unterschiede der Zahl der Wahlmännerstimmen (184 zu 185) und bei den mangelhaften Bestimmungen der Bundesverfassuug in Bezng auf das Auszählen der Elektoral- stimmen — während des offiziellen Zählnngsaktes zwischen dem in seiner Mehrheit republikanisch gesinnten Senate nnd dem in seiner Mehrheit demokratisch gesinnten Repräsentantenhanse die heftigsten, die ganze hochwichtige Handlung vielleicht störcudeu Sceuen stattgcfuuden haben würden. In Erwägung dieses Umstandes faßte daher, nach längeren Diskussionen in der Presse und in der Nativnalgesetzgebung, der Kongreß den Beschluß, ein gemeinsames Kvmitl) (^oint, Lvmmitwe) aus den Mitgliedern des Senats und des Re- Präseutauteuhauses zu erwählen und damit zu betrauen, einen Plan ausfindig zu machen, wie die verwickelte Präsideuteustreitfrage iu billiger, gerechter und möglichst unparteiischer Weise gelöst werden könnte. Von Seiten des Senats wurden in dieses aus vierzehn Mitgliedern bestehende Komit6 gewählt die Republikaner George F. Edmunds, Oliver P. Morton, Fr. I. Frelinghuysen und Roseoe Conkling und die Demokrateu A. G. Thurmcm, T. F. Bayard und M. W. Rausom; das Repräsentantenhaus bestimmte dazu die vier Demokraten H. B. Payne, E. Hnnton, A. S. Hewit nnd Wm. M. Springer, sowie die