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Die Reichstagswahl in Bayern.
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Pflichten hat, ist noch lange nicht w sueeum et, Kg.nMin«?.m unsres Volkes gedrungen.

Nun, eine ernste Lehre ist uns gegeben. Noch ist es Zeit, daß wir sie nützen. Drei Jahre zur Arbeit sind uns wieder als Frist gesteckt. Die Geg­ner werdeil, durch den unleugbaren, ihnen selbst unerwarteten Erfolg, den sie errungen^ ermnthigt, diese wohl anwenden. Thnn wir ihnen nicht gleich, dann haben wir bei der nächsten Reichstagswahl keinen Grund zur Klage, wenn wir Andere an dem Platze sehen, auf den wir Anrecht zu haben glaubten.

P. r.

Dom preußischen Landtage.

Berlin, 11. Februar.

Fast eine ganze Woche noch hat das Abgeordnetenhaus auf den Etat des Ministeriums des Innern verwandt. Schwerlich wird Jemand behaupten wollen, daß das Land mit Befriedigung auf diese Verhandlungen blicken könne. Der Ton, welchen das Centrum in die Debatte einzuführen bemüht ist, wird immer bedenklicher. Die ultramvntanen Herren benutzen die Privilegien der parlamentarischen Tribüne, nm das Werk der Vvlksbethörung, soweit sie es in ihren Massenversammlungen ungestört nicht vermögen, zn vollenden. Herr Windthorst wirst dem Minister Ausdrücke wieUnwissenheit",Kinderei" u. s. w. au den Kopf, ermahut die gesammte katholische Jugend, um keinen Preis in den Staatsdienst einzutreten, nennt die Maigesetzebloße Willkür­maßregeln." Was kümmert ihn der Ordnuugsrnf des Präsidenten! Ist die Brandrede einmal ins Land hinansgeschleudert, so kann man solche Censur getrost einstecken. Noch widerlicher treiben es die kleineren Geister der Partei, die Schröder-Lippstadt, die Röckerath nnd wie sie sonst heißen. ,An der welfischen Exeellenz ist wenigstens noch ein Rest von staatsmännischem Anstand haften geblieben; die Klevnnaturen, welche ihm sekundiren, schwelgen im schrankenlosen Cynismus. Mau kann nicht verkennen: es ist Methode in diesem Verfahren. Warum auch nicht? Wenn man es darauf angelegt hat, den Staat zu ruiuiren, warum sollte man nicht diejenige Institution des Staates, ans welche man den größten Einfluß hat, die parlamentarischen Versammlungen, am ersten zu Grunde richteu wollen!

Die Herren vom Centrum berufen sich daranf, daß sie das Parlament zur Kundgebuug ihrer Beschwerden benutzen müssen, weil ihnen jede andere