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Denkmäler des Mttel'alters und der Kenaissance in
Sachsen.
Von G. Wustmann. I.
Neben der außergewöhnlich lebhaften künstlerischen Thätigkeit, die in neuester Zeit in der sächsischen Residenz entfaltet und namentlich durch die dankbaren Aufgaben, welche der Neubau des Dresdner Hoftheaters und der Ausbau der Albrechtsburg in Meißen geboten haben, hervorgerufen worden ist, neben den erfreulichen Beweisen von Interesse für die Hebung des Kunstgewerbes, die Dresden vorm Jahre durch die im „Kurläuder Palais" veranstaltete Ausstellung älterer kunstgewerblicher Arbeiten und neuerdings nun auch durch die Begründung eines Kunstgewerbemuseums gegeben hat, sind in den letzten Jahren auch eine Anzahl stattlicher kunstwissenschaftlicher Publicationen von der sächsischen Hauptstadt ausgegangen, die wohl geeignet sind über Dresden und Sachsen hinaus die Theilnahme der Kunstfreunde zu erregen. Hanfstcingel hat in untadlig schönen Photographieen die Hauptschätze des „Historischen Museums" publicirt, die treffliche Officin von Römmler und Jonas hat in Lichtdrucken die hervorragendsten Objecte der erwähnten kunstgewerblichen Ausstellung veröffentlicht (Verlag von G. Gilbers in Dresden) Und ist eben damit beschäftigt, einen schon längere Zeit vorbereiteten Plan auszuführen und auch die künstlerisch werthvollsten Gegenstände des weltberühmten „Grünen Gewölbes" in mustergilttgen Phototypieen herauszugeben (2 Lieferungen sind erschienen, Verlag von P. Bette in Berlin), und endlich gehört in diesen Kreis auch eine Publication von Denkmälern des Mtttel- alters und der Renaissance auf sächsischem Boden, welche vor etwa Jahres- srist erschienen ist, und mit der die nachfolgenden Bemerkungen sich eingehender beschäftigen sollen.
Die Königin von Sachsen, Carola, die in ihrem warmen Interesse für "ie bildende Kunst mit der deutschen Kronprinzessin wetteifert, und der auch ^e Anregung zu der kunstgewerblichen Ausstellung des vorigen Jahres zu Zanken war, wurde auf einer Reise durch das sächsische Erzgebirge, die sie im ^ühjahr 1874 unternahm, freudig überrascht durch eine Reihe von Denkmälern der kirchlichen Architektur, die auf diesem Boden — namentlich in Hreiberg, Annaberg. Schneeberg, Zwickau — als beredte Zeugen des Reichtums, den in früheren Jahrhunderten hier der schwunghaft betriebene Silber- ^gbau geschaffen, vereinigt sind. Diesen Reiseeindrücken entstammte die Idee ^ dem vorliegenden Prachtwerke, ^) welches mit seinen fünfzig Lichtdrucken
^ ') Monumente des Mittelalters und der Renaissance aus dem sächsischen Wbirge, die Klosterkirche Zschillcn, jetzt Wechselkurs und die Rochlitzer Kunigundenkirchc.