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Moritz Briegleb : ein Nekrolog aus einem deutschen Kleinstaat.
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und auch die Seinigen schweigen ließ. Er konnte über seine Verhältnisse hinaus freigebig sein; er gab sich auch gern für mildthätige und andere gute Zwecke zum Vermittler bei Reichen und Mächtigen her, in deren Vertrauen er stand; aber die Welt erfuhr nichts davon und hieß ihn herzlos, weil Zu­dringliche und Unwürdige von sehr schroffer Zurückweisung erzählten. Um­schweife liebte er allerdings nicht, seine Meinung sagte er nach oben wie nach unten kurz, klar und grade heraus, immer in gemessenen Formen, darum aber oft um so empfindlicher wirkend. Hatte er sich ein Ziel gesetzt, so ging er in schnurgerader Richtung auf dasselbe los. Alles bei Seite schiebend, was ihm im Wege stand. Daß es da Verletzte gab, wird Niemanden Wunder nehmen; ein strenges Regiment hat immer seine schneidigen Kanten. Gleich­wohl bleibt es unerklärlich, wie es eine Zeit geben konnte (186S), in der die Bürgerschaft der guten Stadt Coburg einem Mann wie Briegleb einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung verweigerte.

Mochte ihn auch seine häufige Abwesenheit und das diplomatische Dunkel seiner Geschäfte den Mitbürgern entfremdet haben, mochten die maßlosen An­griffe und Verdächtigungen, welche eine wüste Presse in den Zeiten der poli­tischen Hochfluth (184818S1) gegen ihn geschleudert hatte, noch nachwirken, mochte die Art, wie er sich zu geben pflegte. Vielen nicht nach Sinn und Geschmack sein, so durfte man in Coburg doch nie vergessen, daß er einer der verdienstvollsten Bürger war, um dessen Kraft und Bereitwilligkeit die Stadt von manchem größeren Gemeinwesen beneidet werden konnte. Sechs Jahre später ist ihm durch die einmüthige Wahl zum deutschen Reichstag, durch die thatsächliche Kundgebung des ganzen Landes, daß es keinen Besseren zu entsenden habe, eine gerechte Sühne geworden. So war es ihm beschieden, sein vielbewegtcs Leben auf dem höchsten Ehrenposten zu schließen, den das Volk zu vergeben hat. Er verdient es, daß auch sein Andenken in Ehren gehalten wird.

Fr. Forkel.

Karl V.

Von

Wilhelm Maurenb recher. II.

Die spanische Monarchie hat zu der europäischen Politik Kaiser Karls V. die realen Machtmittel geliefert. Und doch war es für den in den Nieder­landen geborenen Monarchen keine kleine Arbeit, die volle Verfügung über