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minder zwar bei allen Findelhäusern in Europa vor, doch würden sie in England wahrscheinlich weniger alischreckend gewesen sein, wenn wenigstens in jeder Grafschaft ein Findelhaus existirt hätte oder die Einrichtung der Work- houses besser gewesen wäre. Ein nicht minder gewichtiger Einwand gegen die Findelhäuser ist der, daß sie zum Verfall der Sitten beitragen, und diese waren gerade in England niemals mehr in Verfall, als zur Zeit, wo das Findelhaus gemäß seiner Stiftungsurkunde agitirte. Heutigentags spricht auch noch die Statistik gegen derartige Anstalten. In England z. B. kommt eine uneheliche Geburt auf sechszehn eheliche; in Paris, wo ein Findelhaus existirt, 1 auf 12, und in den Provinzen 1 auf 14. Auch das Foundling- Hospital wurde durch die angeführten Mißbräuche so unpopulär, daß man gezwungen war, dasselbe zu schließen. Die Gouverneure, um ihre Anstalt zu retten, änderten den Namen derselben, und so lange der Sturm tobte, nannte man sie Orvhan-Hospital. Das Unterhaus votirte endlich die Rückkehr zum Regime der Aufnahme-Beschränkungen, da die Zulassung aller Kinder von zu vielen Jneonvenienzen begleitet sei. Seit 1771, wo diese Entscheidung gefaßt wurde, hat die Aufnahme der Kinder nie aufgehört, eine beschränkte und bedingte zu sein, und dies System ist noch heute in Kraft, mit den weiter oben angeführten Modificationen. Im Jahre 1841 hatte das Foundling-Hospital ein Einkommen von 11,000 Pfd. St., das aus Miethen floß, welche die auf den Ländereien der Anstalt gebauten Häuser abwarfen. Später stieg dasselbe durch Miethssteigerungen auf 50,000 Pfd. St., was zur Folge hatte, daß man statt der gewöhnlichen Zahl von 360 Kindern nun deren 400 aufnahm. In den letzten Jahren hat das Foundling-Hospital 455 Kinder bis zum Jünglingsalter unterhalten. B— g.
Me "Zostreservatrechte Bayerns und Württembergs.
Als wir Ende October vorigen Jahres in dem guten Glauben an die weitreichende Macht und „Unfehlbarkeit" des Reichskanzlers einer der Verordnung desselben vom 15. October 1871 genau entsprechenden Bücherbestellzettel bei der Hauptbriefpostexpedition in München zur Beförderung an eine befreundete Leipziger Buchhandlung aufgeben wollten, glänzte uns von dem Antlitz des sehr ehrenwerthen Postmanns ein überlegenes Lächeln entgegen, und das geflügelte Wort „ei, das geht net bei uns" belehrte mich Gläubigen bald eines Bessern. Wie hätte ich vergessen dürfen, daß der Boden unter mir Gebiet der königlichen bayrischen Post war! Und armer Hackländer Du in Stuttgart, zu Deinen (Ordens-)Sorgen ist