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Lujo Brentano : Zur Geschichte der der englische Gewerkvereine.
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sehr üble Geschäfte machen würde, wenn die innerhalb der Grenze der Wahr­scheinlichkeit liegende Bedürftigkeit einmal in ihrem ganzen Umfange einträte darüber werden auch die Mitglieder des Gewerkvereins wohl keinen Augen- blick im Zweifel sein, daß ihr Verein an seinem Charakter durch die Rege­lung des Unterstützungswesens nach Versicherungsgrundsätzen nicht das Min­deste einbüßen würde. Die Vereine zu belehren, wie sie nicht durch Erhöhung, sondern durch richtigere Vertheilung der Opfer und durch Bildung besonderer Versicherungscassen ihren Zweck zu erreichen vermögen das dünkt uns ein dankenswertherer Freundschaftsdienst, als sie in dem Vorurtheile zu bestärken, eine rationelle Regelung ihres Unterstützungswesens streite wider ihre eigent­lichen Aufgaben und Zwecke.

Ohne Zweifel werden wir im zweiten Bande des Brentano'schen Werkes Belehrung darüber finden, welches die Hoffnungen des Verfassers für und die Ansichten über die Ausdehnbarkeit und den Nutzen der Gewerkvereine in Deutschland sind, wo sie ja seiner historischen Ueberzeugung nach ebenfalls als Nachfolger der Zünfte auftreten müssen. Bis dieser zweite Band vorliegt, verschieben wir an dieser Stelle auch unsererseits eine Aeußerung über diese gewiß sehr wichtige Frage. L.

Aus Iaiern.

Seit den letzten sechs Wochen haben sich in Baiern Dinge vollzogen, die von gleicher Bedeutung sind für die äußere wie die innere Entwicklung des Landes. Natürlich meinen wir, wenn wir von äußeren Beziehungen sprechen, nicht die rein politische Leitung des Staates, denn seit der Verbindung mit dem Reiche geht Baiern ja in festgewiesenen Wegen. Worum es sich handelt, wenn man heutzutage noch von der äußeren Politik der Mittelstaaten spricht, das ist nicht mehr die Gesinnung des Ministeriums, sondern die Gesinnung des Volkes, es ist die Frage, wie weit die Bewohner Baierns innerlich mit dem übereinstimmen, was äußerlich für sie eine abgeschlossene Thatsache ist. Nicht mehr die Erlangung, sondern nur die Befestigung der nationalen Ge­meinschaft muß jetzt unsere äußere Politik sein und wichtig auf diesem Ge­biete sind nur jene Facta, die zur entschiedenen Mehrung oder Verminderung dieses nationalen Bewußtseins beitragen.

Wir freuen uns, daß in den jüngsten Wochen ein Vorfall liegt, der nach dieser Seite hin höchst bedeutsam ein griff. Dies ist der Einzug vom 16. Juli und die persönliche Gegenwart des deutschen Kronprinzen in München.