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Nun freilich wissen wir, daß er heidnisch ist; er ist aber, über alles das hinaus, menschlich schön. Dasselbe gilt vom Ende der Jordanischen Dichtung. Zugleich wird Jordan, wie bisher Keiner von denen, welche die Nibelungensage bearbeitet haben, der Walküre Brunhild von Anfang bis an's Ende gerecht. Beim mittelalterlichen Epiker verläuft dieser von ihm nur halb begriffene Charakter eigentlich in den Sand; man hört und sieht nichts mehr von Brunhilde. nachdem sie Günthers Gattin geworden. Jordan läßt sie, nach ihrer Aussöhnung mit Chriemhilde, gemäß uralter, an die indische Heimath des germanischen Stammes gemahnender Sitte mit dem Leichnam Sig- fried's sich verbrennen. Die einer Liebesschuld wegen aus Walhall verstoßene Walküre kehrt geläutert durch die Flammen einer unendliches Leid bringenden Liebe in ihre himmlische Heimath zurück. Das ist der allein wahrhaft befriedigende Schluß.
(Schluß folgt.)
Aus Mecklenburg-Schwerin.
Die Scheldezollablösung und der Mecklenburgische Landtag.
Im Juni.
Die Ablösung des Scheldezolles ist nunmehr endlich auch, von Seiten Mecklenburgs erfolgt. Nach Ausweis einer im Mecklenburg-Schwerin'schen Regierungsblatte vom 11. März enthaltenen Bekanntmachung des großherzoglichen Staats-Ministeriums zu Schwerin, cl. ä. 24. Jan. 1871, hat der Beilritt unseres Landes zu dem Allgemeinen Scheldezoll-Ablösungsvertrag vom 16. Juli 1863 auf Grund einer zwischen den beiderseitigen Bevollmächtigten am 18. März v. I. zu Berlin abgeschlossenen Convention, deren Ratifikationen am 16 Januar d. I. zu Berlin ausgewechselt sind, stattgefunden, und sind beide, Verträge zur Kenntniß und Nachachtung publicirt worden. Damit ist unserer Rhederei der seit beinahe acht Jahren beschränkte Besuch der belgischen Scheldehäfen, in denen die mecklenburgischen Schiffe seit dem 20. Octo- ber 1863 einer Surtaxe von 8 Francs per Tonneau unterworfen waren, wieder freigegeben. Wirklich hat denn auch, obwohl in der Zeit vom 9. November 1870 bis 27. März d. I. nur ein Schiff, die Nostocker Bark „Carl der Große," Capitain Voß, in Vlissingen eingelaufen ist, schon im April d. I.