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Aas Ministerium Kohenwart.
Aus Oestreich, Ende Februar.' Seit dem Rücktritt des Fürsten Metternich, der durch beharrliche Verfolgung einseitiger Grundsätze einen bestimmenden Einfluß auf die Weltgeschichte geübt, und Oestreich zu einer hervorragenden Stellung in Europa geführt hatte, ist der einheitliche Charakter der östreichischen Politik einem ruhelosen Wechsel von Personen und Systemen gewichen. Die Ministerliste des Kaiserstaats von 1848 bis 1871 zeigt eine lange Reihe von Namen, deren Träger bald in absolutistischen, bald in constitutionellen Formen das Heil der Völker zu begründen, den Einfluß des Reichs zu befestigen gedachten, in Wahrheit aber durch die Gegensätze der innern Verwaltung und die Widersprüche der äußern Politik eine chaotische Verwirrung aller Verhältnisse herbeigeführt, die Machtstellung des Staats tief erschüttert haben. Allerdings war der Glanz, den die Staatskunst des Fürsten auf die Habsburgische Krone gelegt, nur ein trügerischer Schein, der die unerfreulichen Zustände im Innern fremden Blicken verbarg; aber die Regungen der nationalen Opposition in Ungarn und Italien, in Siebenbürgen und Croatien, und die geistige Bewegung, welche damals von Deutschland her die Bundesländer durchzitterte und in der Forderung freisinniger Reformen bezeichnenden Ausdruck fand, waren für das Reich doch minder gefahrvoll gewesen, als die stürmischen Angriffe der Nationalitäten und Parteien auf das Bürgerministerium und den Bestand der Dezember- Verfassung, und als die unheilvollen Wirren, denen jetzt das Ministerium Hohenwart gegenübersteht.
Am 4. April 1870 ward Graf Potocki zur Bildung eines neuen Cabinets berufen und mit der Aufgabe betraut, die Verwickelungen der Lage und die schroffen Gegensätze der Rechtsverhältnisse durch friedliche Einfügung aller widerstrebenden Elemente auf dem Boden der Verfassung auszugleichen, durch Befestigung und Weiterbildung der Freiheitsrechte den östreichischen Staatsgedanken zu verwirklichen. Aber während sich das deutsche Reich in dem Riesenkampf mit seinem gewaltigen Erbfeinde zu fester Einheit verband, drohten die Sonderbestrebungen der Polen, Czechen, Slovenen und Tiroler, der Ultramontanen und Feudalen die östreichische Monarchie in eine Gruppe kleiner Einzelstaaten zu zersplittern; der Rechtsbestand der Verfassung ward von dem böhmischen Landtag nach wie vor bestritten, in Innsbruck und Laibach nur mit Vorbehalt anerkannt, und die Thronrede des Kaisers vom 17- September hatte nicht blos die Abwesenheit der böhmischen Abgeordneten, sondern auch die erfolglosen Bemühungen des Ministeriums für die Beseitigung