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Zwei Briefe aus Paris und deutsche Antwort darauf.
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schmerzliche Prüfungen auch eine entartete und vielfach verderbte Nation Wie­derzugebären und sie zu den Grundsätzen einer reinen Moral und eines aus' richtigen frommen Glaubens zurückzuführen, der ohne Aberglauben und Bigot. terie die ewigen Wahrheiten achtet, die dem Menschenherzen so tief einge­pflanzt sind.

Sie sehen, mein theurer Freund, auch ich habe Ihnen alles gesagt, was ich Schweres auf meinem Herzen hatte. Seien Sie mir deshalb nicht böse und prüfen Sie ernstlich, ob es nicht in dieser langen Auseinandersetzung Wahrheiten gibt, die von jedem Parteistandpunkte unabhängig sind. Wenn dieser Brief Ihnen noch zu rechter Zeit zukommt und es ist Ihnen möglich, mir zu antworten, so geben Sie mir, ich bitte Sie dringend, Nach­richt von Sich und Ihrer Lage, sagen Sie mir, wo Ihre Familie ist, ob Sie auf die Treue Ihrer Arbeiter rechnen können, ob Ihre Werkstätten in La Billette im Falle einer Belagerung nicht auch gefährdet sind. Ich bin in großer Besorgniß um Sie! Gott nehme Sie mit all den theuren Ihrigen in seinen gnädigen Schutz und lasse Sie bald wieder freier athmen! Ich bin wie stets Ihr treuer väterlicher Freund

G. K.

Eine Antwort ist bis jetzt nicht gekommen.

Die letzten Tage eines französischen Diplomaten in Südocutschland.

Von der Mainlinie, im October.

Wenn unsere Truppen in Paris einziehen und unsere Diplomaten dem Archiv des Auswärtigen Ministeriums einen Besuch abstatten, dann werden die Fascikel, welche Berichte der Gesandtschaft in Wien und London enthal­ten, vermuthlich über Seite geschafft sein, die kleineren Staaten sind vielleicht übersehen worden. In den betreffenden Berichten müssen seltsame Sachen stehen und wir hoffen, daß man nicht so hartherzig sein wird, sie der Welt vorzuenthalten.

Man wird es uns als Südhessen nicht übelnehmen, wenn wir besonders darauf gespannt sind, zu lesen, in welchem Lichte sich die deutschen und spe­ciell die hessischen Zustände in den Berichten des französischen Gesandten am Darmstädter Hofe spiegeln. Wir brauchen nicht zu fürchten, daß diese etwa im Inhalt jenen Depeschen gleichen, welche Diplomaten mit geheimnißvoller Miene, auf außerordentlich amtlich aussehendem Papier, unter großen Sie­geln an ihre Ministerien abgehen lassen und die dahin lauten: Seine könig-