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Achtundvierzig Briefe von Johann Gottlieb Fichte und seinen Verwandten :
(Fortsetzung.)
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Achtuiidvierzia. Briefe von Johann Göttlich Fichte und seinen

Verwandten.

(Fortsetzung.)

Auf einer leeren Seite des 17. Briefes befindet sich ein Herzens­erguß Gotthclfs. der in merkwürdiger Art beweist, wie Fichte seinen Bruder von Anfang, ein nur allzu richtig beurtheilt hatte, als er in seine ausreichende Entwicklungsfähigkeit einigen Zweifel setzte ein Mißtraue», dessen Richtigkeit sich bestätigt hatte, als der Professor den Schüler persönlich prüfte. (In welchem Monat Gotthelf nach Osmannstädt kam, ist nicht angegeben.)

18.

Das Glück ist sehr veränderlich. Als ich diesen Brief von meinem Bruder erhielt, so schätzte ich mich für außerordentlich glüklich und dachte, von nun an sey mein Glük so fest gegründet, daß es gar nicht mehr wanken könnte. Und siehe! nie wankte es mehr als cl'cn da, denn dieses war der Anfang, zu meiner jetzigen mißlichen Lage: wäre ich nicht so zeitig aus Meißen weg ge­kommen, so hätte wohl etwas mit mir werden können. Ich hätte alsdann dock' die Lateinische Sprache so ziemlich gelernt gehabt, hätte auch einen Anfang in der Französischen, und vielleicht auch in der Griechischen gemacht gehabt, wäre zu einer weit gelegenern Zeit zu meinem Bruder gekommen, als ich so zu ihm kam, er hätte vielleicht, wenn er vom Anfang an eine bessere Meinung für mich gefaßt gehabt hätte, mich nicht so kalt behandelt, und icl, wäre also auch nicht genöthigt gewesen, mich gegen ihn zurützuhalten, und also hätte die Sache vielleicht ganz anders gehen können, als sie leider jetzt geht. Indessen ist es nun einmal nicht anders, und ich wenigstens kann die Sache nicht ändern, ich habe auch die Teufeleien nicht vorher sehen können. Gute Nacht.

Fichte.

Was Gotthelf hier noch zu seiner Entschuldigung anführt, hat um so we­niger Grund, als er ja. wie aus den vorigen Briefen vielfach ersichtlich ist. selhst die Zeit nicht hatte erwarten können, wo er Meißen verlassen und nach Jena kommen durfte. Der trotz des bittern Ernstes fast komische Schluß aber bekundet doch den Humor und die ausreichendeSeelenstärke" (vgl. oben den

Grenzboten III. 1862. 21