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Joannes Nasus : ein Beitrag zur deutschen Literaturgeschichte.
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Nachdem wir im Vorstehenden die kurze Lebensskizze eines Mannes gegeben, der in der Literatur seiner Zeit und bei den Ereignissen derselben ein lautes Wort mitgeredet, sollten wir eigentlich über seine Schriften reden, von denen Schöpf über 40 Nummern, zum Theil in einem Nachtrage zu seiner Broschüre, aufzählt. Wir begnügen uns hier einfach mit einer Hinweisung auf unsere Quelle, da sich schwerlich jemand anders als der Literarhistoriker mit derselben nachträglich beschäftigen wird. Nur ein opu« wollen wir erwähnen. Es ist die Practica practicarum gedruckt zu Jngolstadt 1567, von der schon Gödccke nachweist, daß sie Fischart bei seinerPraktik" zum Vorbild diente und von ihm stillschweigend ganz ungenirt geplündert wurde, worüber man übrigens in jener Zeit andere Begriffe hatte als jetzt. Diese Berbältnisse dürfte übrigens der literarische Verein in Stuttgart, der wie wir vernehmen, eine neue Ausgabe Fischarts beab­sichtigt, ins Auge fassen.

Was den Styl von Nasus Werken betrifft, so ist er um kein Haar feiner und wohlgebildeter als der seiner Gegner; auch in ihm spiegelt sich die volle Derbheit und Rohheit seiner Zeit. Wir empfehlen ihn den modernen Ultra­montanen, welche sich auch befleißigen möglichstsäuisch und grobianisch" aufzu­treten. Vielleicht könnte Herr Brunner in Wien oder Herr Zander zu München eine Blumenlese mit Vortheil verwerthen.

Vermischte Literatur.

Johann Gottlicb Fichtcs Leben und litcrarischer Briefwechsel. Von seinem Sohne Jmmanucl Hermann Fichte. Zweite sehr vermehrte und verbesserte Auflage. 2 Bände. Mit einem Bildniß I. G. Fichtcs. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1862.

Die neue Auflage ist in der That eine wesentlich veränderte. Die erste (1830 erschienen) war mehr Apologie als Biographie und enthielt eine Polemik gegen An­sichten, die jetzt längst aufgegeben und einer gerechten, Würdigung dessen gewichen sind, was Fichte als Mensch war und als Philosoph leistete. Indem der Verfasser von solcher Vertheidigung der Lehre und des Charakters Fichte's jetzt absah, gewann er Raum für das, was wir von einer Biographie vorzugsweise verlangen, für den Versuch, eingehend zu zeigen, wie die Lehre seines Philosophen nur Ausfluß und Abdruck seines innersten sittlichen Wesens, seines Charakterkerns war, wie beide jedoch sich allmälig vertieften und erweiterten und zwar nicht sowohl durch Hcrcin- ziehung von Fremdem, als durch die stillwirkcnde Kraft des Lebens und der reiferen