Kamerun.
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Produktionsverhältnisse.
Auch auf den Missionsstationen ist allenthalben eifrig gebaut worden, so hat z. B. die Pallotiner Mission in Jaunde ein Schwesternhaus gebaut.
In Groß-Soppo hat die Baptistenmission ein Wohnhaus nebst Schulgebäude vollendet und in Buea hat die Baseler Mission eine neue Kapelle gebaut.
V. a) Verkehrseinrichtungen des Gouvernements.
Das wichtigste Ereignis für die Regierungsflottille war das Eintreffen des Regierungsdampfers und Truppen- Transportschiffes „Herzogin Elisabeth".
Der Regierungsdampser „Nachtigal" mußte gegen Ende des Berichtsjahres nach Loanda in das dortige Dock geschickt werden zur Behebung eines Kesseldefektes und zur Vornahme von Reparaturen der Außenwände und des Kiels.
Als sehr brauchbar erweisen sich immer wieder die Heckraddampfer „Soden" und „Mungo" sowie die Pinasse „Pfeil" und der Benzinmotor „Libelle", besonders auf den Touren Edea, Jabafsi, Suellaba und Mundame. Angesichts des sich ständig hebenden Verkehres werden diese Boote für die Flußschiffahrt immer stärker in Anspruch genommen,' nach Errichtung einer Postagentur in Edea werden sie für die damit notwendig werdenden regelmäßigen Postdienstfahrten gerad.ezu unentbehrlich sein.
Seit Einstellung der „Herzogin Elisabeth" in die Regierungsflottille konnten auch endlich regelmäßige Küstenrundfahrten des Dampfers „Nachtigal" eingeführt werden. Da zugleich ein Tarif für die Beförderung von Personen und Gütern für Private festgesetzt wurde, ist neben einer neuen Einnahmequelle für den Fiskus eine vom Publikum mit Recht längst ersehnte regelmäßige Küstenverbindung unabhängig von den Dampfern der Woermann-Linie geschaffen worden, die auch dem Handel zustatten kommen wird. Die Küstenorte haben nunmehr durchschnittlich dreimal im Monat regelmäßige Schiffsverbindung untereinander.
VI. Die wirtschaftliche Entwickelung, a) Allgemeine Produkttons- und Aksahverhättmsse.
In den verschiedenen Produktionszweigen haben sich nennenswerte Veränderungen im Berichtsjahr nicht ergeben. Dem Gummihandel werden zwar allenthalben neue Produktionsgebiete eröffnet. Mit dem weiteren Vordringen des Handels wird aber auch die Frage immer brennender, wie dein Raubbausystem bei der Gummigewinnung gesteuert werden kann.
Im Südbezirke war infolge Ringbildung und künstlicher Preisbeeinflussung auf dem Gummimarkt vorübergehend eine kleine Handelskrise eingetreten, die indessen bald gehoben wurde, so daß der Gummihandel auch dort jetzt wieder in gleicher Weise blüht wie zuvor.
Die Baumwollproduktion hat vorläufig keine nennenswerten Fortschritte gemacht. Sämtliche Berichte stimmen aber darin überein, daß in Adamaua und Bornu überall gute Baumwolle vorhanden ist und auch schon jetzt in nennenswerter Menge angebaut und verarbeitet wird. Die dort gefertigten Haussa-Gewänder sind von guter, wenn nicht sogar vorzüglicher Qualität. Auch bei Jaunde und in einigen anderen Bezirken kommt Baumwolle wildwachsend vor,' doch wird in diesen Bezirken die eingeborene Bevölkerung zur Kultivierung dieser wichtigen Nutzpflanze erst noch erzogen werden müssen. Versuche nach dieser Richtung sind allenthalben in die Wege geleitet. Eine intensivere Bearbeitung und Ausnutzung der Früchte der fast im ganzen Schutzgebiet massenhaft wild wachsenden Olpalme sowie der Kokos-