Deutsch-Ostafrika.
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Ackerbauer wie als Plantagenarbeiter geschätzten Wanyam- wesi war im langsamen, aber stetigen Zunehmen begriffen.
Aus dem Kongostaate traten trotz der im Schutzgebiete überall zur Erhebung gelangenden Häuser- und Hüttensteuer einige Tausend Wamanjemas auf das deutsche Gebiet über und gelangten im Bezirk UM zur Ansied- lung, desgleichen kam eine größere Anzahl Wayaos aus dem portugiesischen Gebiet über den Rovuma in den Bezirk Lindi herüber.
III. Klima und Gesundheitsverhältnisse.
Die große Regenzeit des Jahres 1902 war im all- Meteorologische Beobach- gemeinen zwar nicht sehr ergiebig, hatte jedoch keine tungen.
eigentliche Dürre zur Folge. Die Ende November bis Anfang Dezember einsetzende kleine Regenzeit brachte im Süden sowie in den mittleren Küstenstrichen der Kolonie außerordentlich reichliche Niederschlüge und hielt vielfach bis Ende des Berichtsjahres an. Im Norden der Kolonie fiel der Regen nach einer kurzen, aber sehr heftigen kleinen Regenzeit nur spärlich, so daß dort für das Jahr 1903 eine Dürre zu erwarten steht.
Der allgemeine Gesundheitszustand war im Berichts- Gesundheitsverhältnisse. jähre bei Europäern wie bei Farbigen günstig. ^
Von größeren Epidemien ist das Schutzgebiet ver- — schont geblieben.
Die Arbeiten der Malaria-Expedition unter Leitung des von Geheimrat Professor Dr. Koch Herausgesandten Stabsarztes Dr. Ollwig sowie die damit zusammenhängende Tätigkeit der Gesundheitskommission in Dar- es-Salmn wurden im Berichtsjahr fortgesetzt.
IV. Schulen und Missionen.
X a) Schulen.
Die Regierungsschulen in den Städten Dar-es- Regierungsschulen.
Salüm, Tanga und Bagamoyo arbeiteten in der bis- . herigen Weise und zeigten eine günstige Entwickelung. T:
Die rein mohammedanischen von arabischen Lehrern geleiteten sogenannten Koranschulen erfuhren einen weiteren Rückgang, fodaß in absehbarer Zeit mit dem gänzlichen Verschwinden derselben gerechnet werden kann.
Weitere Regierungsschulen bestanden im Innern, nämlich in Muanza, Bukoba, Kondoa-Jrangi, Mpapua und Jringa. Die Schule in Schirati wurde aufgegeben und die Schüler der von der katholischen Missionsstation Bukumbi errichteten Schule überwiesen, die sich erfreulicher Weise auch dem Unterrichte in der deutschen Sprache zu widmen beabsichtigt.
Von den Kommunalverbänden unterhaltene Schulen Kommunalschulen, befinden sich in Pangani, Mohorro, Kilossa, Kilwa und Lindi, ferner im Hinterlande sowohl dieser Orte als auch der Städte Tanga, Dar-es-Salaam und Bagamoyo. Die Kommunalverbände Wilhelmsthal und Langenburg haben keine Schulen eingerichtet, bemühen sich dagegen das Schulwesen der in diesen Bezirken in großer Anzahl vorhandenen Missionsstationen nach Kräften zu befördern.
Die Erfolge der Schulen in der Ausbildung ihrer Erfolge der Schule«. Zöglinge dürfen als gute bezeichnet werden. Sowohl in der Zahl wie in den Leistungen der aus den Schulen in den Verwaltungsdienst des Gouvernements und der Kommunalverbände tretenden Eingeborenen macht sich ein Fortschritt bemerkbar. Auch die Leistungen in der deutschen Sprache sind befriedigend' es wurden bereits einige Wasuahelis in den Bureaus des Gouvernements und der Gerichte eingestellt, um allmählich zu Kanzlisten herangebildet zu werden. Immerhin muß hervorgehoben werden, daß oie deutsche Sprache für den eingeborenen Neger außerordentlich schwierig ist, so daß noch einige