AfrikafondS.
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Denkschrift
über
die Verwendung des Afrikafonds.
(Keihilfe zur Förderung der auf die Erschließung Zentral- afrikas und anderer Länder gerichteten wissenschaftlichen Krstrrbungen.)
Berichtsjahr 1902/1908.
I. Tätigkeit in den einzelnen Schutzgebieten.
a) Deutsch-Ostafrika.
Die unter Leitung des jetzigen Regierungsmeteorologen Dr. Uhlig seit Anfang des Jahres 1900 im Schutzgebiet angestellten meteorologischen Beobachtungen befinden sich in Bearbeitung, und werden die Resultate derselben, wie bisher, durch Vermittelung der Seewarte in Hamburg je nach den verfügbaren Mitteln des Afrikafonds zur Drucklegung gelangen. Für die kommenden Jahre sind Maßnahmen in Aussicht genommen, um eine raschere Veröffentlichung der Beobachtungsergebnisse zu gewährleisten.
Die für den Plantagenbau in Usambara wichtigen Ergebnisse der Regenmessungen in diesem Pflanzungsgebiet hat Dr. Uhlig in den von dem Kaiserlichen Gouvernement in Daressalam herausgegebenen „Berichten über Land- und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika" Bd. I Heft 7 bis Ende 1902 zusammengestellt.
Die Karte der Aufnahmen der Kivugrenzexpedition ist von Hauptmann a. D. Herrmann" im Maßstab 1 : 100 000 fertiggestellt. Zurzeit ist Dr. R. Kandt damit beschäftigt, seine, die erwähnte Karte an vielen Stellen ergänzenden Aufnahmen in Ruanda und den Nachbarländern in dieselbe nachzutragen.
Die gemischte deutsch-englische Kommission zur Bestimmung der Grenze zwischen dem Westufer des Victoriasees und dem Schnittpunkt des 30» ö. Gr. mit dem 1« s. Br. hat ihre Aufgabe zum größten Teil beendet. Der deutsche Kommissar, Hauptmann Schlobach, hat bereits festgestellt, daß die durch telegraphische Längen- Übertragung zwischen Mombasa und Entebbe und von da aus durch Chronometerreiscn auf dem Victoriasee und fernerhin durch Triangulation längs des los. Br. ermittelte Lage des genannten Schnittpunkts mit derjenigen bis auf ca. 2000 m übereinstimmt, welche durch die Kivugrenzexpedition gefunden war. Da die Längen dieser Expedition auf Beobachtungen von Mondkulminationen an der Basis der Triangulationskette bei Usumbura am Nordufer des Tanganjikasees beruhen, welche bisher infolge des Todes von Professor Lamp noch nicht von den ihnen anhaftenden Fehlern wegen der Mondtafelkorrektionen befreit sind, da ferner die Länge von Mombasa noch nicht durch telegraphischen Längenanschluß an Zanzibar scharf bestimmt ist, und da die trigonometrische Längenübertragung von der Kageramündung bis zum 30» ö. Gr. durch Lotstörungen beeinflußt sein kann, ist