Marshall-Jnseln.
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Anlage r. II.
Misstonsbrrichte.
a) Bericht der Mission vorn Heiligen Herzen Jesu.
(Vom 1. April 1902 bis 31. März 1903.)
In der Erziehungsanstalt unserer Mission auf Jaluit befinden sich 56 Kinder, 31 Knaben und 25 Mädchen, darunter 4 aus den Karolinen-, 5 aus den Gilbert-Jnseln. Die Erfolge des ausschließlich in deutscher Sprache erteilten Unterrichts sind befriedigend. Auch die Umgangssprache der Kinder ist die deutsche. Zehn ältere Kinder wurden nach zweijährigem Aufenthalt in der Anstalt aus ihren ausdrücklichen Wunsch getauft, die ersten in der Anstalt getauften Kinder.
Im Monat Oktober erhielt die Mission, zu den zu Anfang des Berichtsjahres tätigen 3 Patres und 3 Brüdern, einen Zusatz von einem Pater und 5 Schwestern aus den Missionshäusern in Hiltrup.
Der neu eingetroffene Priester gründete eine Station auf dem Likieb-Atoll. Dort fing die Schule trotz mancher Schwierigkeiten zu gedeihen an, als der Missionar Anfang März starb. Somit stehen die Missionsgebäude bis zum Eintreffen neuer Missionare leer.
?. Gründl ließ sich Ende Dezember aus Nauru nieder. Bei der Geburtstagsfeier Seiner Majestät des Kaisers wohnten bereits 270 Eingeborene dem Gottesdienste und der verdolmetschten Ansprache bei. Um Ostern hatten sich 380 Eingeborene?. Gründl angeschlossen, von denen 170, Knaben und Mädchen, die an verschiedenen Punkten der Insel errichteten drei Schulen regelmäßig besuchen. Zwei Schwestern folgten Ende März nach Nauru.
Das Studium der Marshallsprache wird vom Berichterstatter noch fortgesetzt. Ein von ihm bereits fünfmal durchgearbeitetes Wörterbuch liegt vor. Die Marshallsprache ist wortreicher, als allgemein angenommen wurde,' überdies bietet die genaue Wiedergabe der einzelnen Laute sehr große Schwierigkeiten. Auf Nauru wird k. Gründl ein Wörterbuch der Nauru-Sprache verfassen.
gez. ?. Erdland, N. 8. 0.
b) Bericht der evangelischen Mission (Boston-Mission) auf
Nauru für das Jahr April 1902 bis März 1903.
Die Arbeit der Mission hat im vergangenem Jahre, und ganz besonders während der letzten Monate, erfreuliche Fortschritte gemacht. Nicht allein der sonntägliche Gottesdienst sondern auch die drei Schulen der Mission werden gut besucht. Die Mission unterhält jetzt drei Schulen, nämlich die Hauptschule zu Oro und zwei Neben- schulen zu Ewa und MeneS, durch deren günstige Lage allen Kindern Gelegenheit geboten wird, unsere Schulen zu besuchen. Flber dreihundert Kinder und junge Leute machten im vergangenen Jahre von dieser Gelegenheit Gebrauch und weisen viele derselben erfreuliche Fortschritte in ihren Studien auf. Etliche Wochen zurück wurde