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Anlage L. III.
Deutsch-Neu-Guinea.
Die Nebenstationen sind meistens durch Katecheten besetzt und unterstehen für den Gottesdienst den Patres der Hauptstationen, zu welchen sie gehören.
III. Schulen.
Die Zahl der Schulen beträgt augenblicklich 51. Die Zahl der Schüler bei der letzten Zählung am 1. August 1902 war in 32 Schulen 1212 Schüler. Da seither 19 neue Schulen errichtet wurden, bleibe ich mit einer Schätzung aus 1500 Schüler sicher hinter der Wirklichkeit zurück.
IV. Verschiedene Angaben.
a) In vier Waisenhäusern hatten wir am 1. August 1902: 157 Kinder. Dazu sind zu rechnen die in verschiedenen Stationen durch die Mission erzogenen Kinder, so daß die Gesamtzahl etwa 200 beträgt. Mangel an Mitteln verhindert uns, die Zahl zu vermehren.
b) In dem Pensionat für Weiße Kinder bezw. Mischlinge befinden sich 25 Zöglinge.
e) Die Katechetenschule zur Heranbildung von eingeborenen Katecheten zählt 30 Schüler.
ä) In dem durch die Mission gegründeten Dorfe St. Paul befinden sich 15 Familien, ferner 48 unverheiratete junge Leute und Mädchen.
Für die Erziehung der weiblichen Jugend wurden kürzlich Schwestern nach St. Paul entsandt.
o) Bei der letzten Zählung am 1. August 1902 hatten wir 9196 Katholiken, deren Zahl seither auf mehr als 10 000 gestiegen ist.
Ein Vergleich der Zahlen dieses Berichts mit denen des Berichts vom vorigen Jähre zeigt deutlich die rasche Ausdehnung der Mission im letzten Jahre.
V. Wirtschaftliche Unternehmungen.
In Malaguna (Tolurir) und Vunakamkabi sind 500 Hektar mit Kokosnüssen bepflanzt. Tragend sind 25 bis 30 Hektar.
In Mandres sind 130 Hektar Kokospalmen, tragend 7 Hektar,' 1 Hektar Mokkakaffee.
In Rakada (Mioko-Hasen) sind 80 Hektar mit Kokospalmen bepflanzt und 50 Hektar ausgerodet, aber noch nicht bepflanzt. In St. Paul wird Mokka- und Liberia- Kaffee gepflanzt. Der Mokka liefert bereits einigen Ertrag.
Die Aufstellung des Sägewerkes in Toriu geht der Vollendung entgegen. Es wurde das für die Baulichkeiten nötige Holz und einiges Holz für Schreinerarbeit geschnitten. In Vuna-Pope wurden Versuche zur Einführung der Seidenzucht gemacht. Die Möglichkeit der Einführung scheint vorhanden zu sein, es bleibt jedoch noch zweifelhaft, ob sich dieselbe in einem größeren Betriebe rentieren würde.
gez. k. Johann Dicks.
b) Kaiser Wilhelmsland.
1. Bericht der Neuendettelsaner Mission.
Das verflossene Jahr 1902 war für unsere Mission, insbesondere für die Station aus dem Sattelberg, ein Jahr mannigfacher Krankheitsnöte.
Eine Keuchhusten-Epidemie, die schon im Jahre 1901 durchs Land ging, dauerte noch in den Ansang des Jahres 1902 hinein. Die Frau des Missionars Hansch e, welche im September 1901 schwer leidend auf den Sattelberg verbracht wurde, verstarb hier Mitte März des folgenden Jahres. Ihr Leiden hatte den Charakter von Malaria-Siechtum. Um den Tag ihres Todes erkrankten die beiden älteren Kinder des Unterzeichneten schwer an