Jahrgang 
1904: 1902/1903
Entstehung
Seite
316
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Deutsch-Neu-Guinea.

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Anlage L.III.

Missionsberichte.

n) Bismarck-Archipel.

1. Bericht über die Tätigkeit der mcthodistischen Mission im Bismarck-Archipel 1902/1903.

Die Tätigkeit unserer Mission im Bismarck-Archipel hat im verflossenen Berichtsjahre ungestört ihren ruhigen Fortgang genommen, und beinahe auf allen Gebieten und in jedem Departement derselben sind bemerkenswerte Fortschritte zu verzeichnen. In numerischer Hinsicht kommen dieselben auf der beifolgenden Statistik über den Stand der Mission nur teilweise zur Darstellung, da die­selbe schon im Oktober letzten Jahres angefertigt wurde.

Sowohl auf Neu-Mecklenburg als auch auf Neu- Pommern wurde eine gute Anzahl neuer Filialen eröffnet und mit Missionslehrern besetzt, und die Apathie, die bislang besonders unter der Bevölkerung der Varzin- gegend eine Annäherung erschwerte, hat einem Verlangen seitens mehrerer Häuptlinge, in ihren Dorfschaften Nieder­lassungen zu begründen, Platz gemacht.

Die öffentlichen Gottesdienste waren fast überall gut besucht, etwa 200 Taufen Erwachsener fanden statt' der reine Zuwachs an Mitgliedern beläuft sich jedoch nur auf 68 Personen, da 91 Mitglieder durch Tod abgingen und die Namen der übrigen unlauteren Wandels wegen gestrichen werden mußten.

In 113 Dorfschulen wurde von farbigen Lehrern in der eingeborenen Sprache Elementarunterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen und Katechismus erteilt. Der un­regelmäßige Besuch derselben seitens der Kinder und jungen Leute läßt leider nicht den wünschenswerten Er­folg erzielen.

Aus den Hauptstationen Raluana und Kabakada wurden in Stationsschulen erwachsene Knaben und Jüng­linge von Weißen Missionaren unterrichtet, und im Se­minar für farbige Lehrer aus Ulu befanden sich 40 Zög­linge in Vorbereitung für den Missionsdienst unter ihren Volksgenossen.

Zur Erleichterung eines sicheren Verkehrs zwischen den verschiedenen Missionsniederlassungen und des Waren- transportes wurde der LuggerLydia" erstanden, der unglücklicherweise bei seiner ersten Fahrt an der Neu- Mecklenburg-Westküste, als er nachts bei Kono vor Anker lag, von einer gewaltigen Strömung und schweren See auf ein Riff geworfen wurde, ohne jedoch merklich be­schädigt zu werden. Es gelang uns unter Beihilfe der Eingeborenen, das Fahrzeug wieder flott zu machen und es nach gründlicher Reparatur aufs neue in Dienst zu stellen.

Der Katechismus und eine Liedersammlnng wurden im Laufe des Jahres revidiert und letztere um zehn neue Lieder zum gottesdienstlichen Gebrauch vermehrt.

Im Mai letzten Jahres traf Rev. Ch. Doley aus Südaustralien im Schutzgebiet ein und bezog die Station Kabakada. Rev. Cox siedelte nach der Ostküste von Neu-Mecklenburg über, errichtete zunächst ein Haus aus eingeborenem Material und rekognoszierte die Umgegend