238 --DMZSZZZAZZ Kleinere Besitzungen im Stillen Ozean. LTELLTELCTLTSL^'
n. Deutsch-Mikronesien.
Im Nordet: und Nordosten der melanesischen Archipele breitet sich ein neues, vielgestaltiges Jnselreich aus, das wegen der auffallenden Kleinheit seiner Glieder recht bezeichnend Mikronesien genannt wird. Es erstreckt sich über fünfzig Längengrade und nahe an dreißig Breitengrade, besitzt aber, wenn man das gesamte Wohngebiet rechnet, nur 3600 qkm, mithin weniger als das Großherzogtum Sachsen-Weimar. In diesem Jnselgewirr unterscheidet man, abgesehen von den ganz nach Norden gerückten japanischen Bonininseln, vier größere Abteilungen, nämlich die Mariane n, die K ar o- l i n e n m i t d e n P a l a u i n s e l n, die M a r s h a l l- und die Gilbert- inseln. Nur die letzteren stehen unter englischer Botmäßigkeit; die übrigen gehören den deutschen Südseekolonien an und bilden trotz ihres beschränkten Umfanges in politischer, wie kommerzieller Beziehung einen nicht unwichtigen Bestandteil unserer überseeischen Herrschaft. Auf den Marianen haben sich auch die Nordamerikaner eine Etappenstation nach den Philippinen zu sichern gewußt, nämlich Guam, das ihnen als Kabel- und Kohlenplatz dient.
Gemeinsam ist sämtlichen mikronesischen Inseln — außer dem geringen Bodenraum — der gleichförmige koralline Bau und das spärliche Vorkommen höherer Landkörper, die sich als kontinentale Reste teils auf asiatischen, teils auf australischen Sockelrändern erheben. Gemeinsam ist ihnen ferner eine in den Hauptsachen übereinstimmende Bevölkerung, die trotz gelegentlicher Zumischung fremden, namentlich melanesischen Blutes zu den Polynesiern in engster Beziehung steht. Gemeinsam sind endlich, von örtlichen Wandlungen abgesehen, die klimatischen Verhältnisse, das Pflanzenkleid und die Tierwelt.
1. Die Karolinen und die Palauinseln.
Von allen Südseearchipelen nehmen die Karolinen mit der ihnen westlich vorgelagerten Palaugruppe den größten Raum ein. Die lang aufgeschlossene Jnselschnur dehnt sich von Tobi bis Kusaie über zweiuuddreißig Mittagsgrade aus, das ist so weit wie von Madrid nach Konstantinopel, und ihre Breitenlage wird durch den 6. bis 10. Parallel nördlich vom Äquator begrenzt. Einzelne versprengte Glieder greifen noch über diesen Rahmen fort, namentlich nach Süden hin, wo sie kaum 120 km vom Gleicher entfernt bleiben.
Auf dieser gewaltigen Mceresfläche zählt man, Das Gesamtarcal der Karolinen mit Palan dünn verstrcnt, gegen 700 insulare Gebilde, meistens hat Prof essor Lau ghans üi Gotha ans 9000 gkia winzige Kvralloneilande, die als anfgcschüttete Zin- berechnet, wovon aber 7660 giem für die Riffe ab- nen die vielen Zoophptenbanten krönen. Als Über- gehen. Es bleiben sonach nicht mehr als 1440 gkm gangsform ist das Pscudoatoll Trnk anznsehen, ein bewohntes Land übrig, das indessen nicht dnrch- vnlkanischer Archipel im kleinen, dessen 17 Berg- weg knltivierbar ist. Den beträchtlichsten Flächen- inseln von einem weit ansgerückten Wallriff nm- ranm nimmt Palan ein. Es misst 446 glem. Ihm zogen sind. Tann folgen die hohen Inseln, deren reiht sich Ponape an mit 347 glrrn, danach Jap es im Verwaltungsbezirk der Karolinen nur vier mit 207 glem, Trnk mit 132 gkm und Knsaie mit gibt, nämlich im Osten Kusaie und Ponape, im 110 glem. Die sonstigen Inseln »nd Inselchen Westen Jap mit den Nebcneilanden Map und haben nur 1 bis 16 glem, so das; im ganzen das Rnmnng und das mehrfach zerstückelte Palan. vorgenannte bescheidene Mas; heranskvmmt.
Die Entdeckungsgeschichte des Archipels greift bis in die Zeit der ersten abenteuerlichen Seefahrten im Stillen Ozean zurück. Sie beginnt mit dem Jahre 1625 oder 1626, je nachdem, ob man dem Portugiesen Diego da Rocha oder dem Spanier Alonso de Salazar den Ruhm zuerkennen will. Bald darauf fand Alvaro de Saavedra Kusaie, Truk