Periodicaltome 
Bd. 1 (1911)
Place and Date of Creation
Page
40
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

40 Kamerun . LLLLLLELLCLLS§LLS§<^ET < MLL^'

der Jahrhunderte, ist heute erst recht nur mehr das, was ihn bereits vor sechzig Jahren Barth genannt hat:eine ungeheure Lache".

Aus die Streitfrage, ob der gegen Nachtigals Zeiten zu konstatierende bedeutende Rückgang des Sees nur eine periodische Schwankung oder definitiv und damit fortschreitend ist, haben wir hier nicht näher einzugehen; im Rahmen unserer kolonialen Überschau interessiert uns lediglich die Tatsache der Ein­schrumpfung. Dieser derzeitige Schrumpfungsprozeß vollzieht sich rapid. Die zahllosen Inseln im Nord- und Südosten des Seebeckens liegen zeilen­weise bereits in einem Sumpfe; der ganze Südwestteil (also auch der deutsche Anteil an demSee") ist dann eine kraut- und schilfbedeckte, von 1 bis 2 m tiefen Wasserlachen durchsetzte Ebene.

Der französische Reisende Kapitän Tilhv fand eomms nn oaäavrs eis las sn Pleins sorrup- 1001 sve,ar eine Teilung in zwei Becken, zwischen tion. . ">. , .

denen er dnrchinarschieren konnte. Und schützte Das; es lediglich schone TrÜnine waren und sind, Rachtigal seine Fläche noch 1871 ans rund in denen deutsche Kvlonialschwärmer eine deutsche ggvOO gkm, sv ist sie jetzt ans 10000 bis 18000 zurück- Handelsflotte ans deinBinnenniecre des Sudan" gegangen s6, 7>. Das Bild, das Tilho von ihm schwimmen sehen,beladen mit den Schätzen seiner entwirft, ist nicht verlockend: . > autrslois la reichen tlferländer" und wie die phantastisch-

Arancks nrsr ssntre-atrieaius , maiiitsnaiN nn naiven Phrasen alle lauten mögen, braucht nach immense marbesge psstälsnliel, guslgue eiioso all dem wohl nicht noch eigens gesagt zu werden.

b) Pflanzendecke und Tierwelt.

Die bisherige Betrachtung des Landes hat uns gezeigt, daß das Kamerun­gebiet starke geographische Gegensätze in sich schließt: flache, sumpfige Küsten­strecken mit breitgelagerten Flußmündungen; da jähen und steilen, dort stufen­förmigen Hochlandanstieg mit tiefeingeschnittenen, kaskadenartig abstürzendsn Wassern; das mächtige vulkanische Küstengebirge; ein weites, von ragenden Gebirgsmassiven durchsetztes, von weitverästeten Stromgebieten durchzogenes Hochland im Innern; eine horstbedeckte weite Flußtiefebene; und schließlich wieder flache, sumpfige, ausgedehnte Niederungstrecken, mit einer riesigen Süßwasserlagune abschließend.

Nicht minder ausgeprägt sind die pflanzengeographischen Gegensätze, die das Land innerhalb seines Grenzzuges birgt. Weniger scharf gezeichnet sind naturgemäß die Verschiedenheiten in der nicht an die Stelle gebannten Tier­welt; doch sind ausgesprochene Hauptverbreitnngsgebiete gewisser Arten un­verkennbar. Mit ihnen hat Kamerun Anteil an der Fauna von Ober- und Unterguinea, des Kongobeckens und des Sudan (27).

Unschwer läßt sich eine pflanzliche Dreiteilung erkennen: Brack­wasser und Sumpfvegetation, Urwald und Steppe; die zoologische deckt sich ungefähr mit ihr.

In Verbindung mit der geographischen Gruppierung gebracht: das Küstenvorland ist das Reich der Brackwasserpflanzenwelt und des Urwalds mit den ihnen eigentümlichen Tierweltvertretern; die Atlantik- und Benue- abdachung des Hochlandes deckt gleichfalls größtenteils Urwald; während der weitaus größte Teil seiner gewaltigen Hochfläche das Gebiet der Steppe in ihren drei verschiedenen Formen (nach 27) ist, durchflogen und durchzogen von der ihre freien luft- und lichterfüllten Strecken bevölkernden Fauna. Nur im Süden ragt der sich breit auslagernde Ausläufer des ungeheuren Nquatorialwaldes vom Kongo her hinein ins Land, weit hinauf ins Hochland von Südkamerun, und bildet, mit dem die Terrassen hinankletternden Urwald sich vereinigend, einen breiten Gürtel von der Küste bis hinüber zum Ssanga,