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Satzung von zwei Feldkompagnien und einer Batterie unter Major von Fiedler. Wirtschaftlich wurde der Ort und der noch schwach entwickelte Bezirk durch den Aufstand nur wenig mitgenommen. Ende 1905 hatten die meisten Farmer ihren Betrieb wieder eröffnet mit einem ungefähren Gesamtbestand von 8000 Stück Kleinvieh und 1300 Rindern. Ein Viehzuchtverein belebte das Interesse der Farmer mit gutem Erfolg. Der äussere Anblick von Outjo ist der eines Truppenplatzes. Hauptmann Franke residiert hier gegenwärtig als Bezirksamtmann und Kompagnieführer; von hier aus hat er auch seinen letzten Zug ins Amboland unternommen, der 1908 zur schriftlichen Anerkennung der deutschen Schutzherrschaft durch die Mehrzahl der Ovambohäuptlinge führte, und jetzt, April 1909, steht er unmittelbar vor einer zweiten Expedition, die er mit geringer Begleitung nordwärts unternehmen will.
Die Hauptstrasse von Outjo in das Amboland führt direkt nach Norden an dem Westende der Etoschapfanne vorüber. Der letzte feste Platz ist das noch südlich der Etoschapfanne gelegene
Okaukwejo.
Leutwein errichtete hier, nachdem er im November 1900 die Gegend besucht hatte, eine Grenzstation nach dem Ambolande zu, um die Ovambos vor den unheilvollen Folgen unkontrollierter Schnaps- und Waffeneinfuhr zu' schützen. Die Station wurde 1901 in ein Distriktskommando verwandelt. Okaukwejo hat jetzt mit Rücksicht auf die aus seiner exponierten Lage sich ergebende Bedeutung für den Verkehr und die Sicherheit den Charakter eines von Outjo aus detachierten Distriktsamtes, in dessen Gebiet etwa 40 weisse Ansiedler wohnen. Das Weidefeld zwischen Outjo und Okaukwejo ist von bester Beschaffenheit. Die Gegend zeichnet sich ausserdem durch einen besonderen Reichtum an Wild aus, zu dessen Schonung ein von hier ostwärts nach Namutoni sich erstreckendes Wildreservat geschaffen worden ist.
Südwestlich von Outjo führt der Ugab durch farmfähiges, aber noch keineswegs voll erschlossenes Gelände an der Wasserstelle Sorris-Sorris vorbei zur Südgrenze des Kaokofeldes. Sorris-Sorris ist ein von Pferdesterbe freier Platz und wurde sowohl als solcher wie auch sonst zu Uebungszwecken häufig von den Kompagnien zu Outjo und Omaruru aufgesucht. Nordwestlich von Outjo liegt der frühere Hauptsitz der später bei Franzfontein angesiedelten Zwartboihottentotten, Otjitambi, jetzt eine gut bewirtschaftete Farm. Südlich Otjitambi liegt