VII. Samoa.
(Berichterstatter: Regierungsarzt, Stabsarzt Dr. Poleck.)
A. Ärztlicher Teil.
I. Allgemeines.
a. Sanitätspersonal.
Im Laufe des Berichtsjahres hat sich ein völliger Wechsel im Personal der Schwestern und des Hospitalassistenten abschließend mit Ende August vollzogen. Die im Monat November eingetroffene dritte Schwester fand als Gemeindeschwester Verwendung.
Eine wesentliche Stütze des poliklinischen Betriebes sind die beiden Heilgehilfen, ein Samoaner und ein Chinese, die sich, ein jeder in seiner Art, als zuverlässige Assistenten bei der selbständigen Vornahme der Sterilisationsarbeiten für Operationen und in der Narkose und in jeglichem Hilfsdienste in der Poliklinik bewährt haben.
Am 1. IV. 1909 erlosch für den Regierungsarzt die Nebentätigkeit der ärztlichen Versorgung der chinesischen Kontraktarbeiter der großen Gesellschaften und privater Kulihalter. Von diesem Termin ab übernahm für die Kulis der Samoa-Safata-Gesellschaft (SSG.) und Samoa-Kautschuk-Kompagnie (SKC.) der schon früher ansässige praktische Arzt die Behandlung. Für die noch zu versorgenden Kuli der Upolu-Cakao-Compagnie der großen und kleinen Chinesenhalter wurde nach langen Verhandlungen eine neue Krankenkasse G. m. b. II. gegründet, deren neu erbautes Hospital am 1. 1. 1910 zur Aufnahme von Kranken fertiggestellt war. Das Hospital steht günstig, enthält einen großen luftigen Krankensaal für 30 Lagerplätze, also für etwa 4 % der Zahl der versicherten Kuli; ein ärztliches Ordinationszimmer, zugleich Apotheke und Operationsraum; einen Isolierraum für Infektionskranke mit eigenen Nebenräumen. Vollständige Nebenanlagen sind vorhanden.
b. Krankenhaus.
Im Berichtsjahre wurde das Hospital mit einer Wasserleitung neu versehen, um es unabhängig von dem nach der Regenzeit bedenklich schwindenden Vorräte der Regenwasserzisternen zu machen. Ein Pulsometer drückt Quellwasser aus dem nahen Tale etwa 20 m in höher gelegene Reservoire. Außerdem wurde für die Chinesenbaracken und das System der samoanischen Krankenhütten eine Abwässerungsleitung geschaffen, die in zwei hintereinander angelegte