Jahrgang 
1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
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Personalien. Tierzucht. Tierseuchen und -krankheiten.

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B. Veterinärärztlicher Teil.

I. Personalien.

Während des Berichtsjahres waren im Schutzgebiet drei Tier­ärzte tätig. Ihre Aufgabe bestand in der Behandlung von Tier­krankheiten, Bekämpfung von Tierseuchen, Hebung der Tierzucht und Ausführung der Fleischbeschau. Außerdem wurden gelungene Versuche zur Gewinnung von Lymphe gemacht und auch, wo nötig, Durchimpfungen der Bevölkerung vorgenommen.

II. Tierzucht.

Während in Adamaua und in den Tsadseeländern viel Groß- und Kleinvieh vorhanden ist und auch von den dortigen Einge­borenen eine rationelle Tierzucht betrieben wird, ist dies in dem übrigen Teile des Schutzgebietes nicht der Fall. Seuchen haben die einstmals großen Bestände der Einwohner hingerafft und nur lang­sam beginnt sich der jetzige ganze Viehbestand zu erholen. Schafe, Ziegen und Schweine sind im Küstengebiet in größerer Menge vor­handen, jedoch fehlt dem Eingeborenen gerade hier entweder das Verständnis für eine rationelle Tierzucht und Pflege, oder er ist, was bei seinem sonstigen Phlegma fast noch eher anzunehmen ist, zu faul dazu. Ihm genügt es vollständig, wenn die Tiere nur gerade zu seinem nötigen Lebensunterhalt beitragen, er ist deshalb auch sehr schwer dazu zu bewegen, eins seiner Tiere zu verkaufen.

Um die einheimischen Rinderrassen zu verbessern, hat das Gouvernement Allgäuer Rinder eingeführt. Dieselben sind auf der Sennerei Buea stationiert und gedeihen jetzt vorzüglich. Ihre Akkli­matisation geht infolge der günstigen Höhenlage und Temperatur sehr rasch vonstatten. Die Kreuzungsversuche sowohl mit dem ein­heimischen Buckelvieh, als auch mit dem kleineren Waldlandvieh haben sehr gute Resultate ergeben. Die Produkte sollen als Schlacht­vieh dienen, anderseits aber wieder an Europäer oder Farbige zu Zuchtzwecken abgegeben werden.

III. Tierseuchen und -krankheiten.

1. Trypanosoiniasis.

Tsetse ist eine der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen unserer Haustiere in Kamerun. Von allen Mitteln, die dagegen angewendet werden, hat sich bis jetzt das E h r 1 i c h sehe Arseno- phenylglyzin bewährt. Dasselbe wurde bei Pferden intravenös in Dosen von 15 bis 20 g mit gutem Erfolge eingespritzt. Schon nach einer einmaligen derartigen Behandlung verschwanden die Parasiten aus dem Blut. Damit gingen auch die klinischen Erschei­nungen, Ödeme usw. zurück; während die Temperatur noch einige