Volume 
1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Place and Date of Creation
Page
337
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Frauenkrankheiten. Allgemeines und Hygiene.

337

versucht die Myome zu entfernen. Das Bauchfell erwies sich jedoch der­artig brüchig und die Stichkanäle bluteten so stark, daß das Verfahren aufgegeben und nach Exstirpation zweier kindskopfgroßer Tumoren aus dem Ligamentum latum die durch Jodoformgazetamponade geschützten Wundstellen wieder in die Tiefe versenkt werden mußten. In der Nacht erfolgte plötzlich der Tod an Herzschwäche. Die Sektion ergab außer der bestehenden Anämie etwa 50 ccm blutiger Flüssigkeit in dem kleinen Becken.

D u a 1 a :Bei einer Farbigen saß etwa 24 Stunden nach der Geburt die Placenta noch ganz fest in der Gebärmutter. In Chloroformnarkose wurde die Nachgeburt nur unter großer Gewaltanwendung gelöst. An plötzlicher Herzschwäche starb die Frau eine Stunde nach der Operation. Die Sektion wurde von den Angehörigen verweigert.

Eine andere moribund eingelieferte Kranke litt an Bauchfellent­zündung nach schwerer Geburt. Auf dringenden Wunsch der Angehörigen gegen ärztliche Vorstellungen wird sie der Hospitalbehandlung am dritten Tage, als geringe Besserung bereits eingetreten war, entzogen.

Viktoria:Eine Negerin suchte wegen zögernder, schließlich aber spontan erfolgter Geburt das Hospital auf.

Drei Eingeborenenfrauen mit Retroflexio uteri wurden nach Alexander-Adams operiert und geheilt.

Wegen Endometritis, mit Curettement behandelt, ist ein Zugang zu erwähnen.

Mit Ovarialtumor wurden zwei Frauen aufgenonnnen, davon eine ungeheilt entlassen werden mußte, da sie einen operativen Eingriff ab­lehnte. Die andere bleibt im Bestände.

VII. Allgemeines und Hygiene.

Über die allgemeinen Aufgaben der Hygiene in den Tropen und speziell in Kamerun ist bereits an anderer Stelle ausführlicher be­richtet worden, speziell auch vom rassenbiologischen Standpunkt aus, bezüglich Wohnung, Kleidung, Ernährung, Säuglingspflege, Ab­treibung der Leibesfrucht bei den Eingeborenen und überhaupt der Ursachen der Mortalität.*) u. **)

Von Krankheiten sind zu nennen:

1. Malaria,

2. Die Wurmkrankheit,

3. Die Dysenterie,

4. Die Geschlechtskrankheiten,

5. Der Alkoholismus,

(>. Die Lepra.

Gegen alle diese ist der organisierte Kampf begonnen worden, und zwar je nach Maßgabe der Mittel und der lokalen Möglichkeiten auch schon an einigen Orten mit Aussicht auf Erfolg.

Malaria: Bezüglich der Malaria ist in ganz Kamerun eine ziemlich vollständige Übersicht gewonnen worden:

*) Ziemann, Zur Bevölkerungs- und Viehfrage in Kamerun. (Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus Deutschen Schutzgebieten 11)04. Mittler & Sohn.)

**) Ziemann. Wie erobert man Afrika für die weiße und farbige Basse. (Vortrag auf dem internationalen Hygienekongreß Berlin 1907. Beihefte zum Archiv für Schiffs- und Tropenhygiene 1908.)

Aledizinalbericbte über die deutschen Schutzgebiete. HHW/10. 22