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1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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Personalien. Infektionskrankheiten.

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fung der Pest und Pocken unter den dortigen Eingeborenen tätig und fielen'für diese Zeit für die Bekämpfung der Tierseuchen aus.

Außerdem wurden fast alle Tierärzte ihren Aufgaben eine längere Zeit entzogen, weil sie auf die Meldung, daß in Muanza die Rinderpest ausgebrochen sei, dorthin entsandt werden mußten.

Der Korreferent unternahm im Aufträge des Reichs-Kolonial­amtes eine etwa viermonatige Reise durch Südafrika zum Studium der Tierseuchen, ihrer Bekämpfung und der Tierzucht.

II. Infektionskrankheiten.

1. Küstenfieber.

Zu den bisher bekannten großen endemisch verseuchten Ge­bieten (Langenburg, Ruanda und Mangati) kommt nach den Unter­suchungen des Regierungstierarztes Dr. S o m m e r f e 1 d die Insel Mafia. Eine Bekämpfung dieser Herde ist, wie im vorigen Jahres­bericht schon hervorgehoben wurde, zur Zeit nicht durchführbar, ln Anbetracht des Rinderreichtums der genannten Gebiete und des Um­standes, daß immune Rinder (fast alle darin aufgewachsenen Rinder sind wahrscheinlich als solche anzusprechen) weder an der Seuche erkranken noch diese übertragen können, würde eine geeignete Methode zum Nachweis der Immunität von großer praktischer Be­deutung sein. Es könnten dann solche Tiere als Zugtiere in den tsetsefreien Gegenden des Schutzgebiets unbedenklich verwertet wer­den. Nach einer größeren Anzahl von Versuchen (L i c li t e n h e 1 d) scheint die Feststellung der Immunität mit Hilfe der Komplement­bindung möglich zu sein.

Bei mehreren Epidemien wurde durch die Sperrung eine weitere Ausdehnung verhütet und mittels systematischen Weidewechsels die größtmöglichste Anzahl der Rinder gerettet.

Die Beobachtung, daß ohne veterinärärztliche Kontrolle Rinder­stapelplätze in kurzer Zeit verseucht werden, wodurch meist bedeu­tende Verluste herbeigeführt werden, konnte auch in diesem Jahre wieder gemacht werden. Es wird dies in Zukunft durch Anlagen von Zeckenbädern an solchen Orten verhütet werden können. Nach den praktischen Erfahrungen in Südafrika findet nämlich eine Verseu­chung nicht statt, wenn die Tiere an jedem 5. bis 8. Tage durch ein Zeckenbad (dipping tank) getrieben werden.

Die Erfolge, die in Iringa durch Weidewechsel erzielt worden sind, können nicht als dauernde betrachtet werden, nachdem die Beseiti­gung anderer neuentdeckter Seuchenherde infolge Personalmangels nicht unverzüglich vorgenommen werden konnte. Oberarzt Dr. P e t z o 1 d t, dem die Durchführung der Maßnahmen übertragen wor­den war, berichtet hierüber wie folgt:

Durch meine zweijährigen Erfahrungen im Küstenfiebergebiet habe ich allmählich immer mehr und mehr die Überzeugung gewon­nen, daß eine erfolgreiche Bekämpfung der Seuche in

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