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I. Deutsch-Ostafrika.
Zivilpersonen
Sclnitztrnppe
Summe
Abgang . . .
. . . 3883
701
4584
Davon geheilt .
. . . 3681
682
4363
Gestorben . .
... 127
8
135
Anderweitig .
... 75
11
86
Bestand bleiben
... 98
29
127
Jeden Samstag wurden die farbigen Prostituierten, durchschnittlich 37, untersucht und insgesamt 50 von ihnen wegen Geschlechtskrankheiten im Laufe des Jahres ins Hospital aufgenommen.
Geimpft wurden einschließlich der im Bezirk und bei der Schutztruppe vorgenommenen Impfungen 34 179 erwachsene Farbige und 4610 Kinder.
c. Kasuistik.
Pocken.
Über klinische Beobachtungen, die an einer Reihe von Pockenkranken gemacht wurden, berichtet Oberarzt Dr. L u r z :
,,Im Sewa-Hadji-Hospital wurden vom Juli bis November 1909 67 Pockenkranke behandelt.
Die Pocken wurden in Daressalam durch Kranke aus dem Bezirk Morogoro eingeschleppt, wo infolge des Bahnbaues zahlreiche Erkrankungen vorgekommen waren.
Nach der Schwere der Krankheitserscheinungen und der Anzahl der Pusteln wurden unterschieden: schwere, mittelschwere und leichte Fälle von Pocken. Von den 67 Pockenkranken waren 23 schwer, 20 mittelschwer und 24 leicht erkrankt. Es starben davon 19; die übrigen wurden als geheilt entlassen.
Für die Schwere der Erkrankungen ist es von Bedeutung, ob der Kranke vorher geimpft worden ist oder Pocken überstanden hat. So erkrankten sieben Askari nur leicht an Pocken, da sie in den vorangehenden Jahren geimpft und in den letzten Monaten — allerdings erfolglos ■— wiedergeimpft worden waren.
Anderseits waren von den 23 Schwerkranken 14 überhaupt nicht, 5 erfolglos, 1 im Jahre 1909 mit Erfolg geimpft worden. 3 waren 5 bis 8 Tage vorher geimpft und hatten frische Impfpusteln.
Anscheinend tritt die Wirksamkeit des Impfstoffes erst nach der zweiten Woche ein; denn auch bei 4 mittelschwer und 3 leicht Erkrankten waren frische Impfpusteln vorhanden; auch sie waren 3 bis 14 Tage vorher geimpft.
In zwei Fällen hatten die Kranken Pocken überstanden; es waren Pockennarben im Gesicht vorhanden. Der eine erkrankte leicht, der andere mittelschwer an Pocken.
Klinischer Verlauf.
Die Krankheit setzte meist mit einem ein- bis dreitägigen Fieber ein, verbunden mit Kopf- und Rückenschmerzen; dann zeigte sich der Hautausschlag. In den leichten Fällen sank das Fieber in den nächsten drei bis fünf Tagen zur Norm, nur in schwereren Fällen schwankte das Fieber stets zwischen 38° und 39° Celsius.