Allgemeines. Gesundheitsdienst.
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deckt ist. Bei Bedarf wird die alte Grube zugeworfen und eine neue ausgelioben. — Hierzu Plan 7 und 8. —
Die innere Einrichtung wurde erweitert in Lind i. Es wurden zur Unterbringung kranker Europäer drei Krankenzimmer mit vier Betten eingerichtet, so daß nunmehr vier Kranke gute Unterkunft finden können.
Für Farbige wurde ebenda am Strande eine geräumige Isolierbaracke aus Wellblech errichtet, die aus zwei zementierten Bäumen besteht. Sie ist von einem hohen Stacheldrahtzaun umgeben und wird von einem Posten bewacht.
Das im Vorjahr noch im Bau befindliche Krankenhaus für farbige Zivilpersonen in Bukoba ist nunmehr fertiggestellt und in Betrieb genommen.
c. Zur Organisation des Sanitätswesens.
In Vorbereitung sind einige Verordnungen, die im Einverständnis mit dem Reichs-Kolonialamte voraussichtlich im nächsten Berichtsjahre durch den Gouverneur erlassen werden. Es sind eine Apotheken-Verordnung, eine neue Quarantäne-Ordnung und eine Seuchen-Verordnung.
Sanitäre Vorschriften enthalten die vom Gouverneur erlassenen Verordnungen, betreffend Müllabfuhr in Daressalam und Tanga, sowie die Verordnung, betreffend Fleischbeschau in Tanga.
Endlich wurde vom Gouverneur sowie vom Kommando der Schutztruppe eine einheitliche Regelung der Sanitätsausrüstung für alle Sanitätsdienststellen, für Stationen und Posten ohne Sanitätspersonal, für Dienstreisen und für militärische Expeditionen eingerichtet.
Vom Oberstabsarzt und Medizinalreferenten wurde eine vorläufige Dienstanweisung für Feststellungen über Gesundheitsverhältnisse, eine Liste der im Sanitätsdepot vorrätig gehaltenen Sanitätsmaterialien, sowie einige den Gesundlieits- und Verwaltungsdienst der Sanitätsdienststellon betreffende Verfügungen herausgegeben.
II. Gesundheitsdienst.
a. Seuchenbekämpfung.
1. Pocken.
Nachdem im vorigen Berichtsjahre die Variola nur in Daressalam epidemisch aufgetreten war, flackerte diese im Schutzgebiet anscheinend überall endemische Krankheit im Berichtsjahre 1909 10 an verschiedenen Stellen in größerem Umfange auf und machte sich namentlich in dem Gebiet der Zentralbahn durch zahlreiche Todesfälle bei Eingeborenen bemerkbar. Am meisten waren die Bezirke Morogoro, Mpapua und Kilimatinde beteiligt; hier wurden auch mehrere Europäer von der Krankheit ergriffen und einige von diesen fielen der Seuche zum Opfer. Eine epidemische Häufung der Er-